Bernardus Silvestris (?). De cura et gubernatione rei familiaris ad Raymundum militem. Lateinische Handschrift auf Papier (WZ: Fragment eines Ochsenkopfes; nicht näher bestimmbar). 3 nn. Bl. 20 x 15,5 cm. Umschlag des 19. Jhdts. Italien (?) um 1450.
Vgl. Verfasserlexikon2 V, 662f. Kartschoke, Repertorium deutschsprachiger Ehelehren der Frühen Neuzeit I/1, Nr. 38. Schmitt, Deutsche Fachprosa des Mittelalters S. 58ff. (alle mit weiterer Literatur).Saubere, gleichmäßige Abschrift in gotischer Bastarda aus der Zeit um 1450 der an den Ritter Raymund von Fraisans (Raymundus miles de Fraysens) gerichteten "Epistola super gubernatione rei familiaris", einer ethischen Abhandlung, die auch dem hl. Bernhard von Clairvaux zugeschrieben wurde.
Der vermutliche Autor, Bernhard Silvestris, war Humanist, Dichter und Philosoph und wirkte in der Mitte des 12. Jahrhunderts ebenfalls nicht eindeutig. Er ist vor allem als Autor einer "Cosmographia" und des Gedichtes "Mathematicus" bekannt. Die Schrift handelt in knapper Form von den Grundsätzen einer sittlichen und klugen Führung des Hauswesens. Der einst sehr beliebte Text ist nicht nur lateinisch reich überliefert (über 20 Inkunabelausgaben), sondern erfuhr auch Übersetzungen ins Französische, Spanische, Italienische, Niederländische und Deutsche, wo er unter dem Titel "Lehre vom Haushaben" bekannt wurde. Unsere Handschrift könnte aus dem italienischen Raum stammen, da in den dort gedruckten Inkunabelausgaben (GW 3967, 3968, 3972 - 3974, 3977) wie hier Bernardus Silvestris - und nicht wie sonst Bernhard von Clairvaux - als Verfasser genannt wird. - Letztes Blatt mit kleinem restaurierten Randeinriss, wenig gebräunt, vereinzelt fleckig.
View Bid Increments & Buyer's Premium
| Estimate | €1,000 - €1,500 |
| Starting Bid | €1,000 |