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Prachtexemplar eines der einflussreichsten russischen ABC-Bücher
Benois, Alexandre. Azbuka v kartinach (rossice). 18 Kartontafeln mit 36 ganzseitigen, teils gold- und silbergehöhten Chromolithographien von Alexandre Benois. 32,3 x 25,5 cm. Chamoisfarbener OHalbleinen (etwas fleckig minimal bestoßen) mit farbig illustrierten Deckeln (unwesentlich fleckig) in einfachem OSchutzumschlag (dieser an den Rändern etwas brüchig und mit Einrissen). St. Petersburg, Ekspedicija Zagotovlenija Gosudarstvennych Bumag, (1904)
Schug 2745. Vgl. Vollmer I, 170f. Nicht bei Hobrecker, Osborne, Gumuchian, Brüggemann etc. – Seltene Originalausgabe des berühmten ABC-Buchs von dem in Sankt Petersburg geborenen und in Paris gestorbenen russischen Maler, Schriftsteller, Kunsthistoriker und Kunstkritiker Alexander Nikolajewitsch Benois (Aleksandr Nikolaevič Benua; 1870-1960), der neben Leo Bakst und Sergej Djagilew zu den Gründern der Bewegung und gleichnamigen Kunstzeitschrift Mir Iskusstwa gehörte. Seine ausschweifende Phantasie, die Benois in seiner Arbeit für die Bühne zu immer gewagteren, humorvolleren und phantastischeren Entwürfen verleitete, ist bereits in seinem ABC-Buch für Kinder erahnbar: Schon auf dem Titelblatt lassen drei Eulen allerhand Bildungsspielzeug auf die drei in ein Buch vertieften Kinder regnen, darunter ein Mohr mit Turban und Pluderhosen, der den Buchstaben "A" furchterregend vorstellt: "Arab". "B" ist die beliebte Gestalt der slawischen Mythologie, die Hexe Baba Jaga, die in einem Mörser über den Wald fliegt, in dem sich die Kinder beim Pilzesammeln aneinander klammern. "E" steht für Ägypten "Egipet" mit der Darstellung der Memnonkolosse im Sonnenuntergang, "I" für die Puppen "Igruschki" etc.
Besonders hübsch sind die Tafeln mit den Sternguckern des Zarenhofs von Sankt Petersburg mit der Admiralität im Hintergrund, die Naschereien "Slasti" mit Hänsel und Gretel mit der garstigen Hexe vor dem Pfefferkuchenhaus (strahlend bunt, der Boden in schillerndem Silber, der Himmel in glänzendem Gold), die herrliche Zarin im Ornat mit großer Goldkrone "Zariza" und vieles mehr. Im Jahre 1926 brach Benois zu einer Reise ins Ausland auf, von der er nicht wieder in seine Heimat zurückzukehrte. Im Paris arbeitete er vor allem für das Theater und das moderne Ballet, das seinen Bilderwelten einen der wichtigsten Impulse verdankt. – Über hundert Jahre durch den originalen Umschlag geschütztes Exemplar von außergewöhnlich guter Gesamterhaltung, nur ganz unwesentlich gebräunt und vereinzelt minimal fleckig. Sonst frisch und sauber, nahezu ohne jegliche Gebrauchsspuren. Die Lithographien in leuchtender Farbigkeit. Vorsätze gering säurerandig und mit "Ex Libris Freiherr Ernst v. Grunelius, Freifrau Anna v. Grunelius, geb. Graefin von Bernstorff A. D. MDCCCCXXVIIII".
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| Estimate | €3,500 - €5,000 |
| Starting Bid | €3,500 |