Schmuckkästchen mit figürlichen und ornamentalen Reliefs. Querrechteckiger Deckelkasten mit übergreifendem Scharnierdeckel, getriebenes Messing mit angenieteten Eckverstärkungen über einem Holzkern, auf dem Deckel das Relief zweier weiblicher Akte, entlang der Seiten mit reliefiertem Wellenbanddekor, Innenauskleidung blau lasiert. 19 x 13,7 x 7,4 cm. Auf der Unterseite signiert und datiert "S. Rottluff 1912".
Die Jahre von 1907 - 1912 verbrachte Schmidt-Rottluff - teils in Gesellschaft von Erich Heckel und Max Pechstein - im Oldenburger Land, wo ein wesentlicher Teil seines Frühwerks entstand. Aus dieser Zeit stammt auch das kleine Kästchen, daß der Künstler auf der Unterseite signiert und datiert hat. Kunstgewerbliche Arbeiten nehmen im umfangreichen Oeuvre Schmidt-Rottluffs nur einen kleinen Raum ein, und speziell von den mit figürlichen Motiven verzierten Kästchen sind im Werkverzeichnis von Wietek (Gerhard Wietek: Karl Schmidt-Rottluff, Plastik und Kunsthandwerk, München 2001) nur zwei Exemplare verzeichnet. Eines dieser Kästchen (um 1923) ist aus Messing und ist mit gravierten Figuren verziert, die sich in ähnlicher Form auch in graphischen Arbeiten des Künstlers nachweisen lassen (Wietek 65). Das zweite, zur Aufbewahrung von Zigaretten genutzte Kästchen aus dem Besitz der mit Schmidt-Rottluff befreundeten Kunsthistorikerin Rosa Schapire ist von 1911 (Wietek 234). Es ist in Holz ausgeführt und zeigt allseitig in das Material geschnitzte Figuren. Unsere Arbeit, nur ein Jahr später datiert, entspricht in der Auffassung und in der reliefartigen Ausführung der Figuren dem Kästchen der Rosa Schapire. Auch hier sind die Vorbilder für die lagernden weiblichen Akte im graphischen Werk des Künstlers bereits vorgeprägt (z. B. Rathenau 87-92). Wietek weist in seinen Vorbemerkungen zum Werkverzeichnis ausdrücklich darauf hin, daß weitere zahlreiche, nur durch Hinweise und Nachrichten überlieferte plastische und kunsthandwerkliche Arbeiten dokumentiert sind, über die aber keine konkreteren Angaben vorlägen, so daß die Aufnahme in den Katalog nicht erfolgen konnte. In diesem Sinne ist die Wiederentdeckung dieser für Schmidt-Rottluff extrem seltenen und hochinteressanten kunsthandwerklichen Arbeit eine bedeutende Ergänzung zu dem Frühwerk des Künstlers. - Provenienz: Aus der Sammlung des Berliner Kunsthändlers Hanns Krenz.
#Aen
Die Jahre von 1907 - 1912 verbrachte Schmidt-Rottluff - teils in Gesellschaft von Erich Heckel und Max Pechstein - im Oldenburger Land, wo ein wesentlicher Teil seines Frühwerks entstand. Aus dieser Zeit stammt auch das kleine Kästchen, daß der Künstler auf der Unterseite signiert und datiert hat. Kunstgewerbliche Arbeiten nehmen im umfangreichen Oeuvre Schmidt-Rottluffs nur einen kleinen Raum ein, und speziell von den mit figürlichen Motiven verzierten Kästchen sind im Werkverzeichnis von Wietek (Gerhard Wietek: Karl Schmidt-Rottluff, Plastik und Kunsthandwerk, München 2001) nur zwei Exemplare verzeichnet. Eines dieser Kästchen (um 1923) ist aus Messing und ist mit gravierten Figuren verziert, die sich in ähnlicher Form auch in graphischen Arbeiten des Künstlers nachweisen lassen (Wietek 65). Das zweite, zur Aufbewahrung von Zigaretten genutzte Kästchen aus dem Besitz der mit Schmidt-Rottluff befreundeten Kunsthistorikerin Rosa Schapire ist von 1911 (Wietek 234). Es ist in Holz ausgeführt und zeigt allseitig in das Material geschnitzte Figuren. Unsere Arbeit, nur ein Jahr später datiert, entspricht in der Auffassung und in der reliefartigen Ausführung der Figuren dem Kästchen der Rosa Schapire. Auch hier sind die Vorbilder für die lagernden weiblichen Akte im graphischen Werk des Künstlers bereits vorgeprägt (z. B. Rathenau 87-92). Wietek weist in seinen Vorbemerkungen zum Werkverzeichnis ausdrücklich darauf hin, daß weitere zahlreiche, nur durch Hinweise und Nachrichten überlieferte plastische und kunsthandwerkliche Arbeiten dokumentiert sind, über die aber keine konkreteren Angaben vorlägen, so daß die Aufnahme in den Katalog nicht erfolgen konnte. In diesem Sinne ist die Wiederentdeckung dieser für Schmidt-Rottluff extrem seltenen und hochinteressanten kunsthandwerklichen Arbeit eine bedeutende Ergänzung zu dem Frühwerk des Künstlers. - Provenienz: Aus der Sammlung des Berliner Kunsthändlers Hanns Krenz.
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Art of the 20th Century and Contemporary Art
6:00 AM PT - May 27th, 2006
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Galerie Bassenge
Erdener Str. 5a
Berlin, 14193
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