Bilharz, Theodor, Mediziner und Ägyptologe, Tropenmediziner, Entdecker des Erregers der „Bilharziose", Professor in Ägypten (1825-1862). Eigh. Brief m. U. 4 S. Mit zahlr. kleinen Zeichnungen. Gr. 8vo. Masr (Ägypten) 14.IX.1854.
An den bedeutenden Ägyptologen Heinrich Brugsch Pascha (1827-1894). Umfangreicher Brief, der sich überwiegend mit der zoologischen Deutung von Hieroglyphen beschäftigt (Brugsch hatte ihn zu diesem Thema befragt und wollte ein Hieroglyphen-Blatt übersenden) und daher viele kleine Zeichnungen von Hieroglyphen enthält. Von zahlreichen Tieren und Grabfunden ist die Rede, wobei öfter auf Lepsius Bezug genommen wird. Am Schluß Nachrichten über ehemalige Kollegen Brugschs in Ägypten: „... Kremer ist auf Urlaub nach Wien gegangen, nachdem er hier in Cairo fast genau ein Jahr nach seiner vorjährigen Augenentzündung eine ganz ähnliche durchgemacht hatte. Mariette ist schon vor geraumer Zeit nach Frankreich abgereist. Seine Frau lag auf den Tod am Typhus darnieder ... Lantner ist, wie Sie wohl aus den öffentlichen Blättern wissen, mit dem Sohne des Abas Pascha und Soliman Pascha nach England geschickt worden ...". Schwärmt dann von der Zeit, als er im September des Vorjahres auf Brugschs Schiff in Bulaq auf dem Nil „kampirte": „... Ich kann mich an jene prachtvollen Nächte nicht ohne ein eigenes Gefühl erinnern. Die weiche Nachtluft, das Zwielichts des Vollmonds, die grossartige Ruhe des angeschwollenen Stromes und unsere idyllische Studentenwirthschaft in und ausser der Kajüte - es wird mir immer unvergesslich bleiben! Kommen Sie wieder, so will ich alle Minen springen lassen, um mit Ihnen hinaufzuschiffen. Ich bin überzeugt, an Poesie wird es uns da nicht fehlen. Sie liegt hier zu Lande überall so nahe, dass man sie nicht zu suchen braucht ...". - Bilharz hatte zwei Jahre zuvor den Erreger der noch heute in Afrika grassierenden, nach ihm benannten Wurmkrankheit entdeckt, die damals als unheilbar galt. - Randschäden. - Sehr selten; Autographen des mit 37 Jahren in Ägypten verstorbenen Mediziners sind seit 1950 auf keiner deutschen Auktion nachweisbar.
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An den bedeutenden Ägyptologen Heinrich Brugsch Pascha (1827-1894). Umfangreicher Brief, der sich überwiegend mit der zoologischen Deutung von Hieroglyphen beschäftigt (Brugsch hatte ihn zu diesem Thema befragt und wollte ein Hieroglyphen-Blatt übersenden) und daher viele kleine Zeichnungen von Hieroglyphen enthält. Von zahlreichen Tieren und Grabfunden ist die Rede, wobei öfter auf Lepsius Bezug genommen wird. Am Schluß Nachrichten über ehemalige Kollegen Brugschs in Ägypten: „... Kremer ist auf Urlaub nach Wien gegangen, nachdem er hier in Cairo fast genau ein Jahr nach seiner vorjährigen Augenentzündung eine ganz ähnliche durchgemacht hatte. Mariette ist schon vor geraumer Zeit nach Frankreich abgereist. Seine Frau lag auf den Tod am Typhus darnieder ... Lantner ist, wie Sie wohl aus den öffentlichen Blättern wissen, mit dem Sohne des Abas Pascha und Soliman Pascha nach England geschickt worden ...". Schwärmt dann von der Zeit, als er im September des Vorjahres auf Brugschs Schiff in Bulaq auf dem Nil „kampirte": „... Ich kann mich an jene prachtvollen Nächte nicht ohne ein eigenes Gefühl erinnern. Die weiche Nachtluft, das Zwielichts des Vollmonds, die grossartige Ruhe des angeschwollenen Stromes und unsere idyllische Studentenwirthschaft in und ausser der Kajüte - es wird mir immer unvergesslich bleiben! Kommen Sie wieder, so will ich alle Minen springen lassen, um mit Ihnen hinaufzuschiffen. Ich bin überzeugt, an Poesie wird es uns da nicht fehlen. Sie liegt hier zu Lande überall so nahe, dass man sie nicht zu suchen braucht ...". - Bilharz hatte zwei Jahre zuvor den Erreger der noch heute in Afrika grassierenden, nach ihm benannten Wurmkrankheit entdeckt, die damals als unheilbar galt. - Randschäden. - Sehr selten; Autographen des mit 37 Jahren in Ägypten verstorbenen Mediziners sind seit 1950 auf keiner deutschen Auktion nachweisbar.
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Valuable Books, Autographs, Decor. Prints
2:00 AM PT - Oct 13th, 2006
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Galerie Bassenge
Erdener Str. 5a
Berlin, 14193
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