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Kubin, Alfred: Fabelwesen

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Fabelwesen. Leimfarben auf Kupferdruckkarton. 24,5 x 36 cm. Unten in der Mitte mit Feder in Schwarz signiert. Um 1905/06.
Kubin hatte eine künstlerische Laufbahn eingeschlagen, nachdem er die Schule, zwei Ausbildungen und seinen Militärdienst abgebrochen hatte, letzteren aufgrund eines Nervenzusammenbruchs. In München, wo er die Kunstakademie und dort kurzzeitig die Klasse von Nikolaus Gysis besuchte, lernte er das graphische Werk Max Klingers kennen. Von diesem und von Goya inspiriert, entstand sein berühmtes Frühwerk, lavierte Federzeichnungen, die Visionen sexueller Angst- und Zwangsvorstellungen schildern, Bilder der Folter, Qual und des Ausgeliefertseins. Ab 1904 löste sich Kubin von derart beklemmenden Themen, was er selbst damit begründete, dass sein Leben nach seiner Hochzeit im selben Jahr in "geschlechtlicher Hinsicht" in geregelten Bahnen verlief.
Das "Fabelwesen" gehört zu einer Gruppe farbiger Arbeiten aus den Jahren 1905/06, bei denen Kubin mit Leimfarben experimentierte (siehe auch die folgenden beiden Losnummern). Die Bildwelt ist weiterhin im Traumhaften und Unheimlichen angesiedelt, jedoch weicht der Eindruck von Beklemmung einer realistischen Exotik. Wir haben es hier zweifelsohne mit einem Zauberwald zu tun, der von einem merkwürdig nackt wirkenden Wesen bewohnt wird, einer Mischung aus Echse, Hund und Lama. Zwischen zwei Felsformationen platziert, duckt es sich und schaut sich ängstlich um. Es ist umgeben von blau, rot und grün leuchtenden Blumen und korallenartigen Pflanzen, die zum Teil in die Malschicht geschabt und mit Fingerabdrücken gestaltet sind. Über dem Tier erhebt sich ein prächtig schillernder Regenbogen vor verregnetem Himmel, während sich in der Ferne eine kühl schimmernde Wasserfläche ausbreitet. Das Traumhafte hat seinen zwingend beklemmenden Charakter verloren und artikuliert sich nunmehr als koloristisches Spiel mit dem Phantastischen. Die Arbeit wurde veröffentlicht in: Hermann Esswein, Alfred Kubin. Der Künstler und sein Werk, München 1911, Taf. 39. Wir danken Frau Dr. Annegret Hoberg, München, für die schriftliche Echtheitsbestätigung vom 15.2.2008. In moderner Rahmung montiert.






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Auction details

15th-20th Century Art & Fine Photography
12:30 AM PT - May 31st, 2008

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Galerie Bassenge

Erdener Str. 5a
Berlin, 14193
De Auction