
Kollwitz, Käthe: Im Leichenschauhaus
Description
Im Leichenschauhaus
Kohle auf Bütten. (1919).
Ca 46,4 x 36,6 cm.
Rechts unten mit Bleistift signiert.
Nicht bei Nagel/Timm.
Die Zeichnung gehört in eine Reihe von Studien, die Kollwitz im Revolutionswinter 1918/19 in einem Berliner Leichenschauhaus anfertigte (vgl. Nagel/Timm 795 ff.). Anlass für einen dortigen Besuch waren Skizzen des ermordeten Karl Liebknecht, die Kollwitz auf Bitte der Witwe Sophie ausführte und später in ihrem Holzschnitt "Gedenkblatt für Karl Liebknecht" verarbeitete (Knesebeck 145). Tief beeindruckt von der Betroffenheit anderer Besucher, die versuchten, unter den Toten ihre Angehörigen zu finden, bemühte sich Kollwitz, die Tragödien, die sich in den Gesichtern der Menschen widerspiegelten, bildlich festzuhalten. Dazu schrieb sie am 16. März 1919 folgenden Eintrag in ihr Tagebuch: "Früh wieder mal im Leichenschauhaus gewesen (...) O welch jammervoll trauriger Ort ist das Leichenschauhaus. Welche Qual einen lieben Menschen dort suchen zu müssen und ihn zu finden".
Dargestellt sind zwei Frauen mit Kindern, die eine verzweifelt die Faust vor das Gesicht gepresst, die andere mit vor Entsetzen weit aufgerissenen Augen. Dabei skizziert Kollwitz die Figuren mit auffällig nervöser, oft vertikal angesetzter Linienführung, was geradezu als charakteristisch für diesen Zeichenkomplex im Leichenschauhaus gilt. Verwandte Figurenstudien fanden aber auch zuvor schon in der Radierung und Lithographie "Mütter" (1918/19, Knesebeck 137/140) Verwendung.
Die Zeichnung wird von Hannelore Fischer in das zukünftige Werkverzeichnis der Zeichnungen von Käthe Kollwitz aufgenommen.
Provenienz:
Berliner Privatbesitz (seit den 1950er Jahren)
Kohle auf Bütten. (1919).
Ca 46,4 x 36,6 cm.
Rechts unten mit Bleistift signiert.
Nicht bei Nagel/Timm.
Die Zeichnung gehört in eine Reihe von Studien, die Kollwitz im Revolutionswinter 1918/19 in einem Berliner Leichenschauhaus anfertigte (vgl. Nagel/Timm 795 ff.). Anlass für einen dortigen Besuch waren Skizzen des ermordeten Karl Liebknecht, die Kollwitz auf Bitte der Witwe Sophie ausführte und später in ihrem Holzschnitt "Gedenkblatt für Karl Liebknecht" verarbeitete (Knesebeck 145). Tief beeindruckt von der Betroffenheit anderer Besucher, die versuchten, unter den Toten ihre Angehörigen zu finden, bemühte sich Kollwitz, die Tragödien, die sich in den Gesichtern der Menschen widerspiegelten, bildlich festzuhalten. Dazu schrieb sie am 16. März 1919 folgenden Eintrag in ihr Tagebuch: "Früh wieder mal im Leichenschauhaus gewesen (...) O welch jammervoll trauriger Ort ist das Leichenschauhaus. Welche Qual einen lieben Menschen dort suchen zu müssen und ihn zu finden".
Dargestellt sind zwei Frauen mit Kindern, die eine verzweifelt die Faust vor das Gesicht gepresst, die andere mit vor Entsetzen weit aufgerissenen Augen. Dabei skizziert Kollwitz die Figuren mit auffällig nervöser, oft vertikal angesetzter Linienführung, was geradezu als charakteristisch für diesen Zeichenkomplex im Leichenschauhaus gilt. Verwandte Figurenstudien fanden aber auch zuvor schon in der Radierung und Lithographie "Mütter" (1918/19, Knesebeck 137/140) Verwendung.
Die Zeichnung wird von Hannelore Fischer in das zukünftige Werkverzeichnis der Zeichnungen von Käthe Kollwitz aufgenommen.
Provenienz:
Berliner Privatbesitz (seit den 1950er Jahren)
Buyer's Premium
22.5%
Kollwitz, Käthe: Im Leichenschauhaus
Estimate €15,000-€20,000
TOP











