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15th-21st Century Art & Fine Photography
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Erdener Str. 5a
Berlin, 14193 ![]()
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Erkenntnis (Halbakt mit Symbol)
Öl auf Leinwand. (Um 1920). 109 x 90,5 cm. Unten links signiert. Rückseitig entlang des Keilrahmens Reste alter Aufkleber sowie auf der Mittelstrebe ein alter Papieraufkleber mit der Bezeichnung "Expressgut 315. K (öniglich) Bayer. (ische) Staatseisenbahnen", ein Sammlungsaufkleber der Sammlung Deyhle (Inv.-Nr. 1328) und ein Aufkleber der Galerie Schlichtenmaier. Der 1884 geborene Albert Mueller war, genauso wie Adolf Fleischmann, Meisterschüler Adolf Hölzels an der Stuttgarter Kunstakademie. Sein Werk war bis Anfang der zwanziger Jahre deutlich geprägt von den kubistisch-konstruktivistischen Einflüssen der Russischen Avantgarde, bis er sich zunehmend der Neuen Sachlichkeit zuwandte. Mueller war Mitbegründer der aus dem Stuttgarter Akademieverband "Rat geistiger Arbeiter" entstandenen Uecht-Gruppe (1919 - 1924), zu der auch Akademiekollegen wie Oskar Schlemmer und Willi Baumeister gehörten. Es war der Vorschlag Schlemmers, sich als "Uecht-Gruppe" neu zu definieren. Das Wort "Uecht" geht auf das althochdeutsche Wort "Uohat" zurück und meint "Morgendämmerung" bzw. "Tagesanbruch". Sinngemäß stand die Gruppe um Mueller und Schlemmer somit für einen programmatischen Neuanfang in der Kunst. Das 1920 enststandene Gemälde "Erkenntnis" steht dabei programmatisch für diesen Neuanfang. Ähnlich wie im Kubismus spaltet Albert Mueller Formen kaladeidoskopartig auf und steigert dabei die nahezu transzendente Wirkung, in dem er durch die Modulation der Farbe innerhalb einer Form diese zum Leuchten und Strahlen bringt. Mittelpunkt des Gemäldes ist nicht etwa der in ihrem Blick dem Weltlichen entrückt wirkende weibliche Akt, sondern ein in alle Richtungen strahlendes Symbol, aus einem roten Dreiecks-Kern bestehend und von einem sonnenartigen Kranz umfangen. Die Mystik des Symbols wird durch die es umgebende, leuchtende Aura zusätzlich verstärkt. Das Symbol des Dreiecks taucht in Muellers Gemälden dieser Zeit hin und wieder auf. Es ist das religiöse Symbol für die Dreifaltigkeit und steht im weiteren Sinne für Himmel, Erde und den Menschen. Für Albert Mueller mag es für die Erneuerung in der Kunst stehen, bei der es Licht in die Dunkelheit trägt. Provenienz: Galerie Schlichtenmaier, Grafenau Sammlung Rolf Deyhle Literatur: Kuno Schlichtenmaier/Alexander Klee, Albert Mueller, Leben und Werk, Stuttgart 1992, S. 172, Abb. 211. ImagesClick on thumbnails to see larger images:
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