Hans J. Wegner in einem seiner erinnerungswürdigsten Stühle. Foto mit freundlicher Genehmigung von Design Museum Denmark.

Auktionsgespraeche: Der Stuhl

Hans J. Wegner in einem seiner erinnerungswürdigsten Stühle. Foto mit freundlicher Genehmigung von Design Museum Denmark.

Hans J. Wegner in einem seiner erinnerungswürdigsten Stühle. Foto mit freundlicher Genehmigung von Design Museum Denmark.

SAXONY, Deutschland – Fabrikmäßig produzierte Möbel vor 1950 waren tendenziell dunkel, schwer und oft unbequem. Aber 1949 mündete die Suche eines Mannes nach bequemen, wohl gestalteten Sitzmöbeln in einer Sensation, welche zu einem Wandel führte, was jedermann in seinem Wohnzimmer haben wollte.

“Nur ein guter Stuhl” dokumentiert die Suche des Designers Hans J. Wegner nach dem perfekten Sitzplatz. Das Design Museum Dänemark in Kopenhagen zeigt diese umfangreiche Ausstellung bis zum 7. Dezember 2014 und ist die Reise für alle deutschen Liebhaber des Dänisch Modernen Stils wert.

Sogar als Student der dänischen Möbelschule kombinierte Wegner’s Großartigkeit Stromlinien mit einer perfekten Balance der Formen. Seine Zeichnung für einen Satz Besteck, schlicht mit einer einfachen Verjüngung am oberen und unteren Ende jedes Einzelteils, spielt auf seinen Möbelstil an.

Es gab einen Moment, als jeder an der Schule über einen chinesischen Holzstuhl mit geschwungener Lehne staunte, hergestellt ohne Verwendung von Nägeln oder Leim. Dieser Moment war der Durchbruch für Wegner, der später mit geschwungenen Formen für Stuhllehnen experimentierte, wie auch mit einem Windsor basierten Design, welchen er “Pfauenstuhl” nannte.

Wegner’s Modernismus war inspiriert von einfachen Geräten, welche Menschen über die Jahrhunderte nutzten. Man braucht nur zu sagen “Bootpaddel”, um die Aufweitung und Verengung der hölzernen Armstützen seiner Stühle zu verstehen, “Speer” um die Verjüngung der Stuhlbeine zu definieren.

Als Wegner’s neues Stuhldesign auf der Cabinetmakers Guild Exhibition in Kopenhagen 1949 erschien, stellte es den Gegensatz zu den traditionellen Möbeln dar. Leichtgewichtig aufgrund des Designs mit durchbrochenen Lehnen und leicht in der Optik wegen des verwendeten Naturholzes, war “Der Runde” Wegner gemäß erfrischend spärlich und doch komfortabel.

Das Magazin Interiors veröffentlichte 1950 einen Artikel über “Den Stuhl” und Amerika geriet aus der Fassung über den neuen Stil. Der Stuhl ging in die Massenproduktion, nervös überwacht von Wegner, um die handwerkliche Qualität kompromisslos sicherzustellen. Der Stil wurde so populäre, dass CBS Wegner Stühle für die Fernsehdebatte der Präsidentschaftskandidaten Nixon und Kennedy kaufte.

Wegner hörte nie auf, seine Vorstellung des perfekten Stuhls zu voranzutreiben. So entwarf er mehr als 500 Sitzmöbel, fortfahrend, diese größer, ästhetisch angenehmer und komfortabler zu gestalten. Obwohl er 2007 starb, inspiriert eine Arbeit weiterhin Designer. Sie ist auch als Sammelobjekt geeignet. Abhängig von Alter, Material und Zustand muss man mit mehr als 800 € (1000 $) Kaufpreis für einen seiner einfachen Stühle rechnen.

Die Ausstellung im Design Museum Dänemark zeigt viele Design Höhepunkte aus Wegners sehr produktiven Leben. Und im Unterschied zu manch anderen derartigen Ausstellungen, kann man die Ausstellungstücke tatsächlich benutzen.

Wenn Sie eine Reise nach Dänemark unternehmen, sollte man das Fuglsang Kunstmuseum in der weiten Landschaft Lollands nicht verpassen. Es präsentiert einen exzellenten Überblick über dänische Kunstgeschichte, mit Meisterwerken von P.C. Skovgaard und Anna Ancher. Der weise, würfelartige Anbau des britischen Architekts Tony Fretton ist in sich selbst Teil der gezeigten eines Kunstwerke. Es ist ein Raum mit 3 Glaswänden, welche optisch zwar wie Gemälde wirken aber tatsächlich einen gerahmten Ausblick auf die lebendige dänische Landschaft mit stürmischem Himmel und sich gemächlich bewegenden Schafen bieten.

Für mehr Informationen über beide Museen besuchen Sie bitte www.FuglsangKunstMuseum.dk und www.DesignMueseum.dk.

 

Kommende Auktionen

15-18 Oktober: Bassenge Buchauktionen, Berlin. Wertvoll Bucher, Autographen, Modern Literatur & Kunstdokumentation. www.Bassenge.com

17-18 Oktober: Schwarzenbach Auktion Zürich präsentiert Briefmarken und Postkarten aus Liechtenstein, Deutschland, der Schweiz und Westeuropa inkl. besondere Sammlungen über die Geschichte der Fliegerei. www.Schwarzenbach-Aution.ch

21-23 Oktober: Dorotheum, Wien. Alte Meister, Antiquitaten, Juwelen. www.Dorotheum.com

23-25 Oktober: Leipziger Münzhandlung & Auktion Heidrun Höhn kombiniert die September und Dezember Verkäufe in einer umfangreichen Herbstauktion. Feingold- und Silbermünzen sowie Medaillen aus Deutschland bilden den Großteil des Verkaufs, mit interessanten Ergänzungen aus Österreich und der Tschechischen Republik genauso wie Antiquitäten, Papiergeld, Aktienpapieren und altertümlichen Landkarten. www.Leipziger-Muenzhandlung.de

11-13 November: Quittenbaum Kunstauktionen, München: Art Nouveau und Art Déco; Privatsammlung Richard Riemerschmid; Böhmisches Glas aus der Elisabethhütte. www.Quittenbaum.de


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Hans J. Wegner in einem seiner erinnerungswürdigsten Stühle. Foto mit freundlicher Genehmigung von Design Museum Denmark.

Hans J. Wegner in einem seiner erinnerungswürdigsten Stühle. Foto mit freundlicher Genehmigung von Design Museum Denmark.

“Der Stuhl” in all seinen Farbvariationen. Wegner’s Design beinhaltetet die Stapelbarkeit und war somit gut geeignet für Masenproduktion und Transport. Foto von Heidi Lux.

“Der Stuhl” in all seinen Farbvariationen. Wegner’s Design beinhaltetet die Stapelbarkeit und war somit gut geeignet für Masenproduktion und Transport. Foto von Heidi Lux.

Wegner’s Design für einen Stuhl mit Gabelbeinen von 1950. Foto mit freundlicher Genehmigung von Design Museum Dänemark.

Wegner’s Design für einen Stuhl mit Gabelbeinen von 1950. Foto mit freundlicher Genehmigung von Design Museum Dänemark.

n's Auge springend und doch einfaches Design: Wegner’s zweiteiliger Schalenstuhl von 1963. Foto von Heidi Lux.

n’s Auge springend und doch einfaches Design: Wegner’s zweiteiliger Schalenstuhl von 1963. Foto von Heidi Lux.

Das Fuglsang Kunstmuseum befindet sich in einer sehr einsamen Gegend, doch es beherbergt Beispiele der wichtigen Perioden dänischer Kunstgeschichte. Foto von Heidi Lux.

Das Fuglsang Kunstmuseum befindet sich in einer sehr einsamen Gegend, doch es beherbergt Beispiele der wichtigen Perioden dänischer Kunstgeschichte. Foto von Heidi Lux.