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Mit nahezu 1,33 Mio Euro (1,8 Mio $) ist dieser Tisch das teuerste asiatische Möbelstück, was Deutschland bisher auf einer Auktion verkauft wurde. (Foto mit freundlicher Genehmigung von Nagel Auktionen, Stuttgart.)

Auktionsgespräche: Preise für schweizerische Künstler höher denn je

Mit nahezu 1,33 Mio Euro (1,8 Mio $) ist dieser Tisch das teuerste asiatische Möbelstück, was Deutschland bisher auf einer Auktion verkauft wurde. (Foto mit freundlicher Genehmigung von Nagel Auktionen, Stuttgart.)
Mit nahezu 1,33 Mio Euro (1,8 Mio $) ist dieser Tisch das teuerste asiatische Möbelstück, was Deutschland bisher auf einer Auktion verkauft wurde. (Foto mit freundlicher Genehmigung von Nagel Auktionen, Stuttgart.)

Manchmal macht es einfach Spaß, einen Schritt zurückzutreten und zu sehen, was sich gut verkauft. In letzter Zeit scheinen die Preise für schweizerische Künstler zu steigen.

Wenn ein Name in der schweizerischen Kunst ein Begriff ist, dann ist es Giacometti. Die Kunstwerke sowohl des Vaters Giovanni Giacometti (1868-1933), welcher in farbenreichem impressionistischen Stil malte, als auch des Sohnes Alberto (1901-1966), der für schmächtige menschliche Skulpturen bekannt ist, brachten erstaunlich hohe Preise auf Auktionen.

Alberto Giacometti’s Walking Man I verblüffte die Kunstwelt, als es zu einem Rekordpreis von 92,5 Millionen Dollar (67,2 Millionen Euro) durch die Dresdner Bank bei Sotheby’s London verkauft wurde.

Im Juni diesen Jahres brachte Giovanni Giacometti‘ Haus und Weg in Capolago, 1921, bei einer Auktion in Zürich 1,4 Millionen Euro (1,9 Millionen Dollar) ein. Da das Bild Die Mutter, 1911, bei einer Christie’s Auktion in Kunsthaus Zürich 2007 fast drei Millionen Dollar (2,18 Millionen Euro) brachte, blieben die Preise für seine Bilder beharrlich hoch.

Der Maler Albert Anker (1831-1910) hat seine Karriere vielleicht damit verbracht, Menschen in einfachen, alltäglichen Situationen zu zeichnen. Dennoch werden für seine Bilder weit mehr als nur alltägliche Preise gezahlt.

Die Dobiaschofski Auktionen AG verkaufte im letzten Mai das 1882er Bildnis eines Mädchens für 220,000 Schweizer Franken (251,000 Dollar). Der für das frei ausgeführtes Ölportrait geschätzte Wert von 70,000 Schweizer Franken (79,000 Dollar) wurde mehr als verdoppelt. Im Juni wurde ein nur wenig größeres, aber feineres Paar Kinderporträts von Anker für 7,3 Millionen Schweizer Franken (8,5 Millionen Dollar) in Zürich versteigert.

Sowohl Deutschland als auch die Schweiz erheben Anspruch auf den Expressionisten Paul Klee (1879-1940). Unumstritten ist allerdings die Magie seiner Unterschrift auf Auktionen. Sein Gemälde Tänzerin, 1932, verkaufte sich im letzten Juni bei Christie’s London für über 6 Millionen Dollar (4 Millionen Euro).

Kunstwerke der schweizerischen Maler Ferdinand Hodlers (1853-1918), Cuno Amiet (1868-1961) und Felix Vallotton (1865-1925) erbrachten durchgehend steigende Ergebnisse bei Auktionen. Sammler schätzen die Bilder wegen des klassischen Genres und der fein wiedergegebenen Abbildungen, mit welchen es sich leicht leben lässt.

Im Hinblick auf die Zukunft wollen Kunstsammler vielleicht einen Blick auf diese aktiven schweizerischen Künstler werfen:

Urs Fischer (1973) wird als teuerster lebender Künstler der Welt unter 40 bezeichnet. Fischer kreiert aufwändige Installationen aus Malereien, Skulpturen, Collagen und überraschenden Elementen wie lebendigen Vögeln oder frischem Obst. Eine seiner titellosen Arbeiten wurde im letzten Mai bei Christie’s New York für 6 Millionen Dollar (4,3 Millionen Euro) verkauft.

Peter Fischli und David Weiss, ein seit 25 Jahren existierendes schweizerisches Künstlerduo, sahen ihre bekannteste Arbeit Der Lauf der Dinge im Jahr 2008 für 700,910 Dollar (512,486 Euro) bei Christie’s Zürich versteigert. Dieser Film dokumentiert die Kettenreaktion lebloser Objekte, welche durch die clevere Nutzung des Dominoeffekts und chemischer Reaktionen in Bewegung gesetzt werden.

Schließlich erreichten Ugo Rondinone’s Multimedia-Bilder, maßstabsgerechte Zeichnungen und Skulpturen Preise im Bereich zwischen 450,000 und 500,000 Dollar (324,000 bis 360,000 Euro). Ein solcher Preisaufschwung ist unüblich für einen lebenden Künstler.

 

Deutscher Rekord erreicht für chinesischen Tisch

Mit nahezu 1,33 Millionen Euro ( 1,8 Mio $) als letztes Gebot, kehrte ein aus rotem Sandelholz geschnitzter Tisch der Qianlong Dynastie aus dem 17. Jh. zu seinen kulturellen Wurzeln zurück. Ein Käufer aus Hong Kong gab das Zuschlagsgebot bei Nagel Auktionen GmbH & Co. KG, Stuttgart, auf die Auktionsnummer 665 am 27. August ab. Damit brach dieser Preis den deutschen Rekord, welcher auf einer Auktion für ein einzelnes chinesisches Möbelstück geboten wurde. Er übertraf damit bei weitem auch den durch Nagel veranschlagten Schätzwert von 65.000 Euro (89.000 $) für eine siebenteilige Gruppe chinesischer Möbelstücke, welcher auch dieser Tisch ursprünglich zugeordnet war, die insgesamt für 2,6 Mio Euro (3,56 Mio $) verkauft werden konnte. Dieser Preis beinhaltet auch das Aufgeld. Der Tisch stammt ursprünglich aus dem Nachlass von Dr. Edmund Dipper (1871-1933), des früheren Direktors des Deutschen Hospitals in Peking. Der Verkäufer kaufte es zu einer Zeit, als derartige Antiquitäten sehr wenig wertgeschätzt wurden. Der größte Teil dieser Objekte wurde in der Stuttgarter Auktion an Käufer aus China abgesetzt.

 

Kommende Auktionen:

 

23. bis 24. September – Auktionshaus Michael Zeller, Lindau. 110. internationale Bodensee Auktion einschließlich afrikanischer Stammeskunst, asiatischen Kunsthandwerks, Gemälde aus dem 19th und 20th Jh., plus Möbel, Porzellan und viel mehr. www.zeller.de

 

24. September – Dr. Fischer Kunstauktionen, Trappensee-Schlösschen, Heilbronn. Auf ihrer 200. Jubiläums Auktion werden 200 Meisterwerke der Malerei, Skulpturen, Art Deco und Jugendstil Glaskunst zu Verkauf gebracht. www.auctionsfischer.de

 

1. Oktober – Auction Team Breker, Köln. Fotographie- und Filmauktion inklusive Stereofotokarten, Spionage- und Neukameras sowie Fotographien. www.breker.com

 

5. bis 6. Oktober – Nagel Auktionen GmbH & Co. KG, Stuttgart. Kunst und Antiquitäten. www.nageauktionen.de

 

7. bis 8. Oktober – Schwarzenbach Auktion, Zürich. Internationale Briefmarken, Briefe und Postkarten mit einem Schwerpunkt auf der Schweiz, Liechtenstein und Europa. www.schwarzenbach-auktion.ch

 

19. bis 22. Oktober – Galerie Bassenge, Berlin. Dekorative Grafiken, wertvolle Bücher, Autogramme und ein Spezailkatalog von Karl May. www.bassenge.de

 

23. bis 25. November – Gerhard Hirsch Nachfolger, München. Antike Münzen und Medaillons, Antiquitäten. www.coinhirsch.de

 

23. bis 25. November – Galerie Fischer Auktionen AG, Luzern. Moderne und zeitgenössische Gemälde, Alte Meister, schweizer und russische Kunst, Kunst und Kunsthandwerk und Möbel, Silber und Schmuck. www.fischerauktionen.ch

 

24. bis 26. November – Villa Grisebach Auktionen GmbH, Berlin. Das Auktionshaus begeht sein 25 jähriges Bestehen mit 5 verschiedenen Auktionen – klassische und zeitgenössische Fotographie, ausgesuchte Arbeiten der Kunst des 19. Jh. und die „Third Floor“ Auktion mit Kunstobjekten eines Schätzwertes bis zu 3000 Euro. www.villa-grisebach.de

 


ADDITIONAL IMAGES OF NOTE


Albert Ankers kleines, frei ausgeführtes Ölportrait eines Mädchens, 1882, geschätzt auf 70.000 Schweizer Franken, verkauft für 220.000 Schweizer Franken (251.000 $) bei Dobiaschofsky Auktionen AG.( Foto mit freundlicher Genehmigung von Dobiaschofsky Auktionen)
Albert Ankers kleines, frei ausgeführtes Ölportrait eines Mädchens, 1882, geschätzt auf 70.000 Schweizer Franken, verkauft für 220.000 Schweizer Franken (251.000 $) bei Dobiaschofsky Auktionen AG.( Foto mit freundlicher Genehmigung von Dobiaschofsky Auktionen)

 

Landschaft mit Bauer, Junge und Ziege,’ 1914, von August Macke, eine der anlässlich Villa Grisebach’s  25 jähriger Jubiläumsauktion angebotenen Stücke. (Foto mit freundlicher Genehmigung von Villa Grisebach Auktionen GmbH)
Landschaft mit Bauer, Junge und Ziege,’ 1914, von August Macke, eine der anlässlich Villa Grisebach’s 25 jähriger Jubiläumsauktion angebotenen Stücke. (Foto mit freundlicher Genehmigung von Villa Grisebach Auktionen GmbH)

 

Dieser bunte „Grosser Adler 91“ mit einen Druckfehler in der oberen linken Ecke und ein roter Poststempel „Genf 1847“, geschätzter Verkaufspreis 500 Schweizer Franken (565 $) im Oktober. (Foto mit freundlicher Genehmigung von Schwarzenbach Auktion Zurich.)
Dieser bunte „Grosser Adler 91“ mit einen Druckfehler in der oberen linken Ecke und ein roter Poststempel „Genf 1847“, geschätzter Verkaufspreis 500 Schweizer Franken (565 $) im Oktober. (Foto mit freundlicher Genehmigung von Schwarzenbach Auktion Zurich.)