Wiking Modelle gewannen die herzen einer ganzen generation

Die Auswahl der Wiking-Farben ist erstaunlich: schwarz, weiß und creme bis beige, viele Schattierungen von grau, dunkel- und hellrot, blau und grün, gelb und orange. Foto mit freundlicher Genehmigung des Auktionshauses Saure.

Die Auswahl der Wiking-Farben ist erstaunlich: schwarz, weiß und creme bis beige, viele Schattierungen von grau, dunkel- und hellrot, blau und grün, gelb und orange. Foto mit freundlicher Genehmigung des Auktionshauses Saure.

KÖLN – Es ist ein besonders kleiner und von Männern dominierter Club. Aber statt durch die Schule verbunden zu sein, hat diese Gruppe eine Vorliebe für kleine Räder – Wiking-Modelle, um genau zu sein. Veranstaltungen des Auktionshauses Saure werden stets von zwanglos gekleideten, älteren Herren besucht, die sich eifrig auf den Verkaufskatalog beziehen. Es ist nicht so, dass Frauen absichtlich ausgeschlossen werden. Es ist nur eben so, dass diese bunten Plastikmodelle vorrangig die Domäne westdeutscher Jungen waren, die in den 1950ern und 60ern aufgewachsen sind.

„Der durchschnittliche Kunde“, erklärt Auktionator Carsten Saure, „ist zwischen 40 und 60 Jahren alt. Es sind ausschließlich Männer, Frauen sammeln nicht. Sie wurden nach dem Zweiten Weltkrieg geboren und spielten als Kinder mit den Wiking-Modellen.“

Carsten Saure versteigert seit 16 Jahren Wiking-Autos. Foto mit freundlicher Genehmigung des Auktionshauses Saure.

Carsten Saure versteigert seit 16 Jahren Wiking-Autos. Foto mit freundlicher Genehmigung des Auktionshauses Saure.

Die Geschichte von Wiking begann, als der Berliner Friedrich Karl Peltzer sein Hobby des Schiffsmodellbaus 1931 zum Beruf machte. Er versorgte das Militär mit Schiffsmodellen aus einem Metall-Verbundwerkstoff (Zamak), welche für strategisches Training genutzt wurden. Flugzeuge und später auch bewaffnete Militärfahrzeuge wurden zum Sortiment hinzugefügt. Nur wenige Modelle wurden als Spielzeuge verkauft. Im Jahre 1938 begann Wiking dann, einige Modelle aus Plastik anzufertigen.

„Aber nach dem Zweiten Weltkrieg war es natürlich nicht mehr möglich, Kriegsgegenstände herzustellen“, erklärt Saure. „Daher begann Wiking mit der Herstellung von Modellautos, welche sie berühmt machten.“

Auf Spritztour ein einem roten Wiking Mercedes 300SL Cabrio, der die Losnummer 8139 auf der 64. Auktion des Auktionshauses Saure trägt. Foto mit freundlicher Genehmigung des Auktionshauses Saure.

Auf Spritztour ein einem roten Wiking Mercedes 300SL Cabrio, der die Losnummer 8139 auf der 64. Auktion des Auktionshauses Saure trägt. Foto mit freundlicher Genehmigung des Auktionshauses Saure.

Durch die Teilung Deutschlands nach dem Krieg blieb Wiking in der Westhälfte Berlins. Da nur wenige der Modelle es in andere europäische Länder schafften, blieben die Wiking-Modelle eine westdeutsches Phänomen.

Volkswagen bestellte kleine VW Modelle, um sie als Geschenke für Kinder zu verteilen, deren Familien einen neuen Volkswagen kauften. Einige schafften es sogar bis in die USA. Daher gibt es viele noch vorhandene Wiking-Modelle von VW Käfern, Bullis und sogar Karmann Ghias.

Autos von Wiking wurden in den buntesten Farben hergestellt. Hell und glänzend, mit großer Liebe zum Detail – so war es kein Wunder, dass Kinder sich zu ihnen hingezogen fühlten. Die Sortiment von Volkswagen, Mercedes und anderen Automodellen wurde um andere spannende Dinge wie Lastwagen, Traktoren, Mähdrescher und Anhänger erweitert. Die Firma arbeitete stetig an Verbesserungen: bewegliche Räder, dann durchsichtige Windschutzscheiben, schließlich ein paar wenige komplett durchsichtige Autos.

Los 8083 ist ein Porsche Traktor (Schlepper). Wie bei den meisten Stücken liegt das Startgebot bei 10 Euro. Aber seltene Modelle können sich für Tausende verkaufen. Einem grünen Vorserienmodell des VW Karmann Ghias ist mit 2700 Euro das laste mal Verkauft. Foto mit freundlicher Genehmigung des Auktionshauses Saure.

Los 8083 ist ein Porsche Traktor (Schlepper). Wie bei den meisten Stücken liegt das Startgebot bei 10 Euro. Aber seltene Modelle können sich für Tausende verkaufen. Einem grünen Vorserienmodell des VW Karmann Ghias ist mit 2700 Euro das laste mal Verkauft. Foto mit freundlicher Genehmigung des Auktionshauses Saure.

Das Faszinierende für Sammler ist, dass niemand genau weiß, wie viele unterschiedliche Wiking-Farben oder Modelle es gibt. Wenn langgehegte Sammlungen zu Auktionen angeboten werden, werden oft neue Prototypen entdeckt.

„Vor einigen Jahren schrieb ich ein Buch über die Wiking-Stücke. Nun wurde das Buch aktualisiert und um interessante Teile erweitert.“, merkt Saure an.

Wie auch die Männer, die sein Auktionshaus füllen, wuchs Saure mit den Wiking-Modellen auf, da sein Vater ein Sammler ist. Diese engverbundene Gruppe von Sammlern erfreut sich auf verschiedene Art und Weise an ihren Wiking-Modellen.

„Ich kenne einige Sammler, die ihre Wiking-Modelle in einen Bankschließfach aufbewahren – vor allem die wertvollen Modelle.“, sagt Saure. „Aber dann kenne ich andere Sammler, die ihre Wiking-Modelle von der Decke bis zum Boden als Wandschmuck in ihren Räumen nutzen. Manche stellen sie auch in Glasvitrinen mit einigen kleinen Häuschen aus den 1950ern, sowie Figuren und anderen Autos. Sie machen daraus eine kleine Show.“

Und darin liegt auch der Urgeist der Wiking-Sammlungsobjekte – sich im Gefühl des Spiels verlieren. Das Auktionshaus Saure befindet sich in Köln. Um weitere Auskünfte zu erhalten, besuchen Sie www.auktionshaus-saure.de

Max Beckmann „Bildnes Eines Jungen Mädchens“ (Vor) 1939 Öl und Farbkreide auf Leinwand. Villa Grisebach Auktionen, Nov. 25-28, Berlin. Foto mit freundlicher Genehmigung Villa Grisebach.

Max Beckmann „Bildnes Eines Jungen Mädchens“ (Vor) 1939
Öl und Farbkreide auf Leinwand. Villa Grisebach Auktionen, Nov. 25-28, Berlin. Foto mit freundlicher Genehmigung Villa Grisebach.

Kommende Auktionen

25. September: Auktionshaus Kaupp, Sulzburg, Kaupp Modern – Moderne & Zeitgenössische Kunst. Kaupp Premium – Juwelen & Uhren; 26. Sept., Asiatica & Kunst der Antika, plus Kunsthandwerk, Antiquitäten und Gemälde. www.Kaupp.de

26. September: Auction Team Breker, Köln, Photographica & Film Auktion. www.Breker.com

26. September: Schmidt Kunstauktionen, Dresden, Eröffnungsauktion in neue Geschäftsadresse, Bautzner Strasse 99. www.Schmidt-Auktionen.de

16.-18. Oktober: Schwarzenbach Auktion, Zurich. Basler-Taube-Briefe, weiter Material Schweiz „modern“ ab 1907, Ausland Post und Briefmarken. www.Schwarzenback-Auktion.ch

17. Oktober: Auktionshaus Dr. Fischer, Heilbronn, Europäisches Glas & Studioglas. www.Auctions-Fischer.de

25.-28. November: Villa Grisebach Auktionen, Berlin. Herbst Auktionen zeitgenössische Kunst, mit Max Beckmann, Marcel Duchamp, u.v.m. Neue Grisebach Journal, online. wwwGrisebach.com

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Von HEIDI LUX

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