Description
Stab-Paar der Oro-Gesellschaft, "eluku oro"
Yoruba. Nigeria
Mit Sockel / with base
Gelbguss, Eisen. H 41 cm.
Provenienz:
Galerie Walu, Zürich (vor 1993).
Thermolumineszenz-Altersbestimmung: 300 Jahre (+/- 20 %)
Dieses Stab-Paar wurde 2005 von Hans Witte (1928-2006) wie folgt beschrieben:
"Die Beziehung zwischen Oro und Ogboni/Oshugbo zeigt sich in den Oro-Stäben, die wie komplizierte edan ogboni aussehen. Sie tragen nicht nur einen Menschenkopf oder eine Menschenfigur auf jedem Stab, sondern zwei oder gelegentlich drei. Diese Stäbe heissen eluku oro. Ogboni-Mitglieder in Iwo berichteten mir 1976, dass eluku der Bote, Soldat oder Polizist von Oro sei. Die Stäbe heissen auch ikuku oro und sind somit ein Verweis auf iku, den Tod.
Über die genaue Verwendung diese Stäbe sind nur wenige Informationen vorhanden. Evelyn Roache vermutet, dass sie während der Diskussion bedeutender Gerichtsfälle im Ogboni-Haus ausgestellt oder zumindest aufbewahrt werden, um so die Geheimhaltung der Beratungen und die Einmütigkeit der Entscheidungen sicherzustellen. Die Bestärkung der Solidarität und der Geheimhaltung scheint die Hauptfunktion der Stäbe innerhalb des iledi zu sein. Bezüglich ihres mehr oder minder öffentlichen Gebrauchs führt Roache weiter aus, dass die Stäbe die Mitglieder des Kultes begleiten, wenn diese zum Tod und ohne Begräbnis Verurteilte abholen und in den heiligen Hain Oros jenseits der Dorfgrenze am Rand von Oros dunklem und schrecklichem heimatlichem Wald führen. Dort werden sie in den Boden gesteckt, bis Oros Geist auftaucht und sein Opfer schnell jenseits der Wolken und ausser Sicht entführt. Wenn sie ihre Pflicht erfüllt haben, werden sie in weisse Tücher gewickelt und bis zum nächsten göttlichen Besuch weggestellt. Auch W. Fagg schreibt, dass Oro-Priester diese Stäbe mit sich trugen, wenn sie in einer Tanzprozession zum Haus der verurteilten Person gingen.
Wir verfügen nicht über genügend gesicherte Informationen, um die Ikonografie der eluku oro zufrieden stellend erklären zu können. Zweifellos hat das Motiv der Doppelung dieselbe Bedeutung wie bei den edan ogboni und in den onile-Figuren, d.h., es drückt Solidarität und Zusammenarbeit aus. Die Darstellung von bärtigen Frauen und Männern mit Frauenbrüsten bezieht sich auf den geschlechtsneutralen Status von Ältesten und Ahnen. Dennoch bleiben in diesem Zusammenhang noch viele Fragen unbeantwortet.
Das Paar weist jeweils eine sitzende männliche Figur mit Stab und Fächer über einer weiblichen Figur mit einem Opfervogel auf. Es zeigt alle typischen Elemente eines klassischen Giessstils aus Abeokuta. Hinter dem Kopfputz der weiblichen Figur verläuft ein Messingband mit zwei Vögeln, von denen an jedem Stab jeweils einer abgebrochen ist. An Zierbändern mit kleinen Ringen befinden sich kurze Ketten mit kleinen länglichen Glocken. Ich habe zwei ikuku oro desselben Künstlers veröffentlicht..."
Vergl.:
- Symboliek van de aarde bij de Yoruba. U.M.I., Ann Arbour, Abb. 40.
- De bronsgieterij in Abeokuta. In: Nieuwsbrief Vereniging Vrienden van Etnografica 64: 7-24. Abb. 15
CHF 2 000 / 4 000
Yoruba. Nigeria
Mit Sockel / with base
Gelbguss, Eisen. H 41 cm.
Provenienz:
Galerie Walu, Zürich (vor 1993).
Thermolumineszenz-Altersbestimmung: 300 Jahre (+/- 20 %)
Dieses Stab-Paar wurde 2005 von Hans Witte (1928-2006) wie folgt beschrieben:
"Die Beziehung zwischen Oro und Ogboni/Oshugbo zeigt sich in den Oro-Stäben, die wie komplizierte edan ogboni aussehen. Sie tragen nicht nur einen Menschenkopf oder eine Menschenfigur auf jedem Stab, sondern zwei oder gelegentlich drei. Diese Stäbe heissen eluku oro. Ogboni-Mitglieder in Iwo berichteten mir 1976, dass eluku der Bote, Soldat oder Polizist von Oro sei. Die Stäbe heissen auch ikuku oro und sind somit ein Verweis auf iku, den Tod.
Über die genaue Verwendung diese Stäbe sind nur wenige Informationen vorhanden. Evelyn Roache vermutet, dass sie während der Diskussion bedeutender Gerichtsfälle im Ogboni-Haus ausgestellt oder zumindest aufbewahrt werden, um so die Geheimhaltung der Beratungen und die Einmütigkeit der Entscheidungen sicherzustellen. Die Bestärkung der Solidarität und der Geheimhaltung scheint die Hauptfunktion der Stäbe innerhalb des iledi zu sein. Bezüglich ihres mehr oder minder öffentlichen Gebrauchs führt Roache weiter aus, dass die Stäbe die Mitglieder des Kultes begleiten, wenn diese zum Tod und ohne Begräbnis Verurteilte abholen und in den heiligen Hain Oros jenseits der Dorfgrenze am Rand von Oros dunklem und schrecklichem heimatlichem Wald führen. Dort werden sie in den Boden gesteckt, bis Oros Geist auftaucht und sein Opfer schnell jenseits der Wolken und ausser Sicht entführt. Wenn sie ihre Pflicht erfüllt haben, werden sie in weisse Tücher gewickelt und bis zum nächsten göttlichen Besuch weggestellt. Auch W. Fagg schreibt, dass Oro-Priester diese Stäbe mit sich trugen, wenn sie in einer Tanzprozession zum Haus der verurteilten Person gingen.
Wir verfügen nicht über genügend gesicherte Informationen, um die Ikonografie der eluku oro zufrieden stellend erklären zu können. Zweifellos hat das Motiv der Doppelung dieselbe Bedeutung wie bei den edan ogboni und in den onile-Figuren, d.h., es drückt Solidarität und Zusammenarbeit aus. Die Darstellung von bärtigen Frauen und Männern mit Frauenbrüsten bezieht sich auf den geschlechtsneutralen Status von Ältesten und Ahnen. Dennoch bleiben in diesem Zusammenhang noch viele Fragen unbeantwortet.
Das Paar weist jeweils eine sitzende männliche Figur mit Stab und Fächer über einer weiblichen Figur mit einem Opfervogel auf. Es zeigt alle typischen Elemente eines klassischen Giessstils aus Abeokuta. Hinter dem Kopfputz der weiblichen Figur verläuft ein Messingband mit zwei Vögeln, von denen an jedem Stab jeweils einer abgebrochen ist. An Zierbändern mit kleinen Ringen befinden sich kurze Ketten mit kleinen länglichen Glocken. Ich habe zwei ikuku oro desselben Künstlers veröffentlicht..."
Vergl.:
- Symboliek van de aarde bij de Yoruba. U.M.I., Ann Arbour, Abb. 40.
- De bronsgieterij in Abeokuta. In: Nieuwsbrief Vereniging Vrienden van Etnografica 64: 7-24. Abb. 15
CHF 2 000 / 4 000
Condition
Hammer Auctions is committed to ensuring the highest possible level of accuracy in the description of each lot presented in our catalog.
Each lot is documented with multiple photographs which are intended to provide an accurate visual representation of its condition, including any visible wear, imperfections, or signs of age. We strongly encourage prospective bidders to carefully review these images before placing a bid, as they form an integral part of the lot description. Prospective buyers are also encouraged to examine the lot in person before the auction.
Condition statements are provided for guidance only and reflect our professional opinion. They should not be interpreted as statements of fact, nor as a complete description of condition. Hammer Auctions accepts no liability for any errors or omissions but will make every reasonable effort to resolve any concerns promptly and fairly.
In the rare event that a lot is found to differ materially from its catalog description, Hammer Auctions will support buyers through a straightforward return process. Buyers may return the lot for a full refund, provided that Hammer Auctions is notified within seven (7) days of receipt.
For any questions or additional information, please feel free to contact us at any time.
--------------------------------
Hammer Auktionen ist bestrebt, ein Höchstmass an Genauigkeit bei der Beschreibung jedes im Katalog angebotenen Lots sicherzustellen.
Jedes Lot ist mit mehreren Fotografien dokumentiert, die eine möglichst genaue visuelle Darstellung seines Zustands vermitteln sollen, einschliesslich sichtbarer Abnutzung, Unregelmässigkeiten oder Alterserscheinungen. Wir empfehlen Interessenten und Bietern ausdrücklich, diese Bilder vor Abgabe eines Gebots sorgfältig zu prüfen, da sie einen integralen Bestandteil der Lotbeschreibung bilden. Interessenten wird zudem empfohlen, das Lot vor der Auktion persönlich zu besichtigen.
Zustandsangaben dienen ausschliesslich der Orientierung und spiegeln unsere fachliche Einschätzung wider. Sie sind weder als Tatsachenbehauptungen noch als vollständige Beschreibung des Zustands zu verstehen. Hammer Auktionen übernimmt keine Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen, wird jedoch alle angemessenen Anstrengungen unternehmen, um etwaige Anliegen zeitnah und fair zu klären.
Sollte sich in seltenen Fällen herausstellen, dass ein Lot in wesentlichen Punkten von seiner Katalogbeschreibung abweicht, unterstützt Hammer Auktionen Käufer mit einem unkomplizierten Rückgabeprozess. Käufer können das Lot gegen vollständige Rückerstattung zurückgeben, sofern Hammer Auktionen innerhalb von sieben (7) Tagen nach Erhalt entsprechend benachrichtigt wird.
Für Fragen oder weitere Informationen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.
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Sollte sich in seltenen Fällen herausstellen, dass ein Lot in wesentlichen Punkten von seiner Katalogbeschreibung abweicht, unterstützt Hammer Auktionen Käufer mit einem unkomplizierten Rückgabeprozess. Käufer können das Lot gegen vollständige Rückerstattung zurückgeben, sofern Hammer Auktionen innerhalb von sieben (7) Tagen nach Erhalt entsprechend benachrichtigt wird.
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Buyer's Premium
30% up to
CHF 100,000.00
20% above
CHF 100,000.00
Weight
3080 g
A Yoruba Pair of Staffs of the Oro Society, "eluku oro"
Estimate CHF 2,000-CHF 4,000
Current Price (5 bids)
CHF 160
Good Bid
Strong Bid
Competitive Bid
16 bidders are watching this item
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HAMMER 160 / Summer Sale: African & Asian Art
Aug 6, 2026, 12:00 PM EDTBasel, BS, Switzerland
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