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Lot 3473

3473: Kerr, Alfred: Krämerspiegel. Berlin 1921

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Description

Fingesten, Michael. - Kerr, Alfred. Krämerspiegel. Zwölf Gesänge für eine Singstimme mit Klavierbegleitung komponiert von Richard Strauss, opus 66. 48 nn. Bl. Mit Titel und 12 Kaltnadel-Vignetten in von Michel Fingesten sowie Noten, alles in OLithographie. 42,5 x 30,8 cm. OHalbpergament (minimal lichtrandig und berieben, kaum bestoßen) mit goldgeprägtem RTitel. Berlin, Paul Cassirer, 1921.
Eines von 90 numerierten Exemplaren der Normalausgabe auf Zanders-Bütten. (Gesamtauflage: 120), der Druckvermerk von Fingesten und Strauss signiert. Feilchenfeldt-Brandis 191.B. Nechwatal 98. Mueller von Asow, Strauss, 723ff. Kosch VIII, 1094. Erste Ausgabe der berühmten und seltenen Satire auf die Musikverleger und ihre Praktiken gegenüber den Komponisten. Richard Strauss wollte, erfolglos, sein Vertragsverhältnis mit dem Musikverlag Bote & Bock lösen. Als Reaktion komponierte er den "Krämerspiegel", den der Verlag erst recht nicht verlegen wollte.
"Der Titel des Notenmanuskriptes, das sich in der Bayerischen Staatsbibliothek befindet, heißt nicht Krämerspiegel sondern Der Händler und die Kunst, 'was den besonderen Charakter dieses Liederzyklus' eigentlich genauer trifft: denn es geht dabei nicht nur um eine als Ausfluß einer Künstlerlaune (so Strauss an den Verleger Paul Cassirer) entstandene Schmährede oder, wenn man so sagen kann, 'Schmähkomposition' an die Adresse der Musikverleger, nicht nur um Spott und Satire, sondern mehr noch um eine in Musik gesetzte Gegenüberstellung von Künstlertum und verlegerischen Geschäftsinteressen' (Nr. 11: Die Künstler sind die Schöpfer, ihr Unglück sind die Schröpfer). Während die ersten sieben Gesänge direkt und mit Andeutung ihrer Namen einzelne Verleger aufs Korn nehmen - an erster Stelle (Nr. 2 und 3) den Verlag Bote & Bock als den eigentlichen Auslöser des Streits -, sind die folgenden Gesänge allgemeiner gehalten" (Strauss, S. 268f., zit. nach Feilchenfeldt-Brandis).
Dem Werk, eine Komposition von 12 Gedichten Alfred Kerrs, wurde ein faksimilierter Brief von Strauss an den Verleger Paul Cassirer vorangestellt. Auf Grund einer gerichtlichen Verfügung (durch Bote & Bock) durfte das Werk nicht öffentlich aufgeführt werden. Kerr ließ jedoch im Hotel Kaiserhof eine Vorstellung mit geladenen Gästen stattfinden.
Das gedruckte Werk Krämerspiegel ist ein seltenes Beispiel für die gelungene, kongeniale Zusammenarbeit von kreativen Geistern der unterschiedlichsten Richtungen: "Die zwölf Lieder dieses Werkes komponierte Richard Strauß zu einer Gedichtfolge von Alfred Kerr … Die Zeichnungen radierte Michel auf den Stein, die Textschrift entwarf E. R. Weiß. Das ganze Werk wurde bei M. W. Lassally in Berlin auf der Handpresse gedruckt" (Druckvermerk). Zu den genannten kann man noch den Verleger Paul Cassirer zählen, der mit allen Künstlern befreundet war und ohne dessen Lust an kreativer Kritik das Werk nicht entstanden wäre. - Neben der Kursiva, die für Titel, Druckvermerk, aber auch für die Texte über den Notensystemen verwendet wurde, hatte E. R. Weiß auch die Gesamtgestaltung des Bandes der Normal- wie der Vorzugsausgabe (diese violettem Saffian) erdacht. - Nur ganz leicht stockfleckig, schönes, wohlerhaltenes Exemplar.

Buyer's Premium

20%

Estimate €400 – €600
Starting Bid €400
live auction started on
De Auction
2:00 AM - Apr 20, 2012
Ended
Auctioneer
Galerie Bassenge

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Erdener Str. 5a
Berlin, 14193
Germany


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