
Description
Antilopen-Maske, "walu"
Dogon. Mali
Ohne Sockel / without base
Holz. H 116 cm.
Provenienz:
- Emil Storrer (1917-1989), Galerie Storrer, Zürich.
- Hermann Alfred Sigg (1924-2023), Niederhasli. Vor 1969 erworben.
Das Volk der Dogon ist im Gebiet der Hombori-Berge und entlang des Bandiagara-Felsplateaus ansässig. Die heutigen, in verstreuten Dorfeinheiten organisierten Gemeinschaften gelten als kulturelle Nachfahren der Tellem, deren frühere Siedlungsstrukturen – hoch oben in den schwer zugänglichen Felsnischen – bis heute erhalten sind. Diese archaischen Architekturreste bieten wertvolle Hinweise auf ältere Siedlungs- und Bestattungstraditionen der Region und gehören seit 1989 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Die rituellen Objekte der Dogon stehen in engem Zusammenhang mit ihrem vielschichtigen kosmologischen System, das sich durch komplexe Schöpfungsmythen, Ahnenkulte und eine stark strukturierte soziale Organisation auszeichnet. Die unverkennbare geometrisch-reduzierte Formensprache ist Ausdruck ästhetischer Strenge. Die Kult- und Gebrauchsgegenstände der Dogon sind auch deswegen exemplarische Zeugnisse westafrikanischer Sakralkunst, die religiöse Funktionalität und formalistische Klarheit auf bemerkenswerte Weise vereinen.
Die Dogon tanzen eine Vielzahl unterschiedlicher Maskentypen, die der Awa-Maskengesellschaft zugeordnet sind und vor allem im Rahmen der Dama-Beerdigungsfeierlichkeiten erscheinen, mit denen die Verstorbenen in die Welt der Ahnen überführt werden. Die Masken stellen Tiere, Menschen, gesellschaftliche Rollen oder kosmische Prinzipien dar und bestehen aus Holz, Pflanzenfasern sowie textilen Elementen.
Symbolisch werden sie von der bis zu 10 Meter hohen, schlangenförmigen Muttermaske hergeleitet, die bei besonderen Trauerfeiern über einen Zeitraum von sechs Tagen ausgestellt und beim grossen sigi-Fest, das nur alle 60 Jahre zu Ehren der Vorfahren stattfindet, besondere Verehrung erfährt.
Eine der Tiermasken ist die hier angebotene walu-Maske. Sie stellt eine Antilope dar, die von den Dogon wegen ihrer Stärke und Eleganz geschätzt wird. Nach gängiger Auffassung illustriert ihr Auftritt" die mythische Erzählung von der Erschaffung der Antilope durch Amma, den Schöpfergott, sowie deren anschliessende Auseinandersetzungen mit dem sagenhaften Fuchs "yurugu".
Weiterführende Literatur:
Bilot, Alain / NDiaye, Francine et al. (2001). Masques du pays Dogon. Paris: Adam Biro.
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Hermann Alfred Sigg (1924–2023) und Hilda Sigg (1925–2025)
Die Künstler- und Sammlerbiografie von Hermann Alfred und Hilda Sigg nimmt ihren Anfang im Paris der Nachkriegszeit, wo sich das Paar kennenlernt und an der Académie André Lhote ausbildet. Nach der Rückkehr in die Schweiz entsteht in Oberhasli bei Zürich ein Atelier- und Lebensraum, mitgeprägt durch Max Frisch. In den 1960er-Jahren erwerben die Siggs über den Zürcher Händler Emil Storrer afrikanische Skulpturen von hoher Qualität. Die Werke verblieben über Jahrzehnte geschlossen in der Sammlung und erscheinen nun erstmals seit über sechzig Jahren wieder auf dem Markt – getragen von früher Provenienz, Kennerschaft und Sammlungskontinuität.
CHF 1 000 / 2 000
Dogon. Mali
Ohne Sockel / without base
Holz. H 116 cm.
Provenienz:
- Emil Storrer (1917-1989), Galerie Storrer, Zürich.
- Hermann Alfred Sigg (1924-2023), Niederhasli. Vor 1969 erworben.
Das Volk der Dogon ist im Gebiet der Hombori-Berge und entlang des Bandiagara-Felsplateaus ansässig. Die heutigen, in verstreuten Dorfeinheiten organisierten Gemeinschaften gelten als kulturelle Nachfahren der Tellem, deren frühere Siedlungsstrukturen – hoch oben in den schwer zugänglichen Felsnischen – bis heute erhalten sind. Diese archaischen Architekturreste bieten wertvolle Hinweise auf ältere Siedlungs- und Bestattungstraditionen der Region und gehören seit 1989 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Die rituellen Objekte der Dogon stehen in engem Zusammenhang mit ihrem vielschichtigen kosmologischen System, das sich durch komplexe Schöpfungsmythen, Ahnenkulte und eine stark strukturierte soziale Organisation auszeichnet. Die unverkennbare geometrisch-reduzierte Formensprache ist Ausdruck ästhetischer Strenge. Die Kult- und Gebrauchsgegenstände der Dogon sind auch deswegen exemplarische Zeugnisse westafrikanischer Sakralkunst, die religiöse Funktionalität und formalistische Klarheit auf bemerkenswerte Weise vereinen.
Die Dogon tanzen eine Vielzahl unterschiedlicher Maskentypen, die der Awa-Maskengesellschaft zugeordnet sind und vor allem im Rahmen der Dama-Beerdigungsfeierlichkeiten erscheinen, mit denen die Verstorbenen in die Welt der Ahnen überführt werden. Die Masken stellen Tiere, Menschen, gesellschaftliche Rollen oder kosmische Prinzipien dar und bestehen aus Holz, Pflanzenfasern sowie textilen Elementen.
Symbolisch werden sie von der bis zu 10 Meter hohen, schlangenförmigen Muttermaske hergeleitet, die bei besonderen Trauerfeiern über einen Zeitraum von sechs Tagen ausgestellt und beim grossen sigi-Fest, das nur alle 60 Jahre zu Ehren der Vorfahren stattfindet, besondere Verehrung erfährt.
Eine der Tiermasken ist die hier angebotene walu-Maske. Sie stellt eine Antilope dar, die von den Dogon wegen ihrer Stärke und Eleganz geschätzt wird. Nach gängiger Auffassung illustriert ihr Auftritt" die mythische Erzählung von der Erschaffung der Antilope durch Amma, den Schöpfergott, sowie deren anschliessende Auseinandersetzungen mit dem sagenhaften Fuchs "yurugu".
Weiterführende Literatur:
Bilot, Alain / NDiaye, Francine et al. (2001). Masques du pays Dogon. Paris: Adam Biro.
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Hermann Alfred Sigg (1924–2023) und Hilda Sigg (1925–2025)
Die Künstler- und Sammlerbiografie von Hermann Alfred und Hilda Sigg nimmt ihren Anfang im Paris der Nachkriegszeit, wo sich das Paar kennenlernt und an der Académie André Lhote ausbildet. Nach der Rückkehr in die Schweiz entsteht in Oberhasli bei Zürich ein Atelier- und Lebensraum, mitgeprägt durch Max Frisch. In den 1960er-Jahren erwerben die Siggs über den Zürcher Händler Emil Storrer afrikanische Skulpturen von hoher Qualität. Die Werke verblieben über Jahrzehnte geschlossen in der Sammlung und erscheinen nun erstmals seit über sechzig Jahren wieder auf dem Markt – getragen von früher Provenienz, Kennerschaft und Sammlungskontinuität.
CHF 1 000 / 2 000
Condition
Visible impairments (see photos).
Sichtbare Beeinträchtigungen (siehe Fotos).
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Hammer Auctions is committed to ensuring the accuracy and quality of each lot represented in our catalog.
Each lot is thoroughly documented with multiple photographs to capture its condition, including any signs of wear, imperfections, or aging. We strongly encourage you to carefully review these images before placing a bid, as they form an integral part of our item descriptions.
While we provide detailed condition information to help inform bidding decisions, please note that any condition statements are offered as informed opinions only and should not be interpreted as statements of absolute fact. Hammer Auctions disclaims liability for any errors or omissions but will make every effort to promptly address any discrepancies.
In the rare event that a lot does not conform to its catalog description in any material aspect, we are here to support our buyers with a straightforward return process. Buyers may return the lot for a full refund, provided they notify Hammer Auctions within 7 days of receipt.
For any questions or assistance needed, please feel free to contact us at any time (info@hammerauktionen.ch).
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Hammer Auktionen verpflichtet sich, die Genauigkeit und Qualität jedes im Katalog dargestellten Lots sicherzustellen.
Jedes Lot ist ausführlich dokumentiert und mit mehreren Fotos versehen, die den Zustand einschliesslich etwaiger Abnutzung, Mängel oder Alterserscheinungen zeigen. Wir empfehlen Ihnen dringend, diese Bilder vor der Gebotsabgabe sorgfältig zu prüfen, da sie einen wesentlichen Bestandteil unserer Artikelbeschreibungen darstellen.
Zustandsangaben dienen zur Information und spiegeln lediglich eine Meinung wider. Sie sollten nicht als Tatsachenbehauptungen interpretiert werden. Hammer Auktionen übernimmt keine Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen, wird jedoch alle Anstrengungen unternehmen, um Unstimmigkeiten umgehend zu klären.
Falls ein Lot in seltenen Fällen in wesentlichen Punkten nicht der Katalogbeschreibung entspricht, unterstützen wir unsere Käufer mit einem einfachen Rückgabeprozess. Käufer können das Lot für eine vollständige Rückerstattung zurückgeben, sofern Hammer Auktionen innerhalb von 7 Tagen nach Erhalt benachrichtigt wird.
Für alle Fragen oder benötigte Unterstützung können Sie uns jederzeit gerne kontaktieren (info@hammerauktionen.ch).
Sichtbare Beeinträchtigungen (siehe Fotos).
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Weight
1800 g
A Dogon Antelope Mask, "walu"
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HAMMER 156 / African Art, Boillod Collection
Mar 25, 2026 1:00 PM EDTBasel, BS, Switzerland
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