
Description
5 Schutzfiguren, "aklama"
Ada (Adangme). Togo
Mit Sockel / with bases
Holz. H 20 - 26 cm.
Provenienz:
Laurence und Jean-Pierre Boillod (1929-2007), Areuse. 2001 in Benin erworben.
Schutzfiguren werden von Priestern rituell aktiviert, damit sie bestimmte an sie gerichtete Aufträge ausführen.
Bildunterschrift zu dem von Schmeltz (op. cit.) publizierten Feldfoto von drei Figuren des gleichen Typus: "Die Worte Aklama kpakpewo oder Aklama sucwo bedeuten, ‚kleine geschnitzte Gottheiten’. Die Figuren heissen auch Ame we luwo, ‚Seele des Menschen’. Man kauft diese Figuren stets mindestens paarweise, Mann und Weib zusammen. ‚Hat der Heide mehrere Frauen, so ist es unbedingt nöthig, dass jede der Frauen einen Mann und eine Frau sich kaufen muss.’ Die Figuren gelten als trõwo und man richtet Gebete an sie, z. B. das regelmässige Morgengebet: ‚Gieb mir Leben, mache stark meine Kniegelenke, meine Armgelenke, ich will auf Reisen gehen; ich komme zurück.’ Nach einem glücklichen Kauf spricht man das Dankgebet: ‚Ich danke euch, dass ihr mir geholfen, dass man von mir die Sachen kaufte.’ – Fehlt den Figuren, was oft vorkommt, ein Arm oder ein Bein, so erhalten sie den Namen Adelã (Wild) oder Ažiza (Affenart), weil man glaubt, dass sie in diesem Zustand irgend einem Thiere des Feldes ähnlich sind (?). Wenn Jemand stirbt, so werden die ihm gehörenden Figuren weggeworfen. Diese Angaben sind höchst interessant, aber sehr lückenhaft. Zweifellos hält man die Figuren für beseelt, aber von wem? Ahnenbilder sind es nicht, und auch von den Legbawo scheinen sie sich in ihrem Wesen zu unterscheiden. Der Name ‚Seele des Menschen’ und die Thatsache, dass man die Figuren beim Tode des Besitzers als werthlos wegwirft, lassen vermuthen, dass man die kleinen Schnitzwerke in besonderer mystischer Beziehung zum Menschen glaubt, vielleicht für sie Verkörperungen seiner Schutzgeister hält. Auch an den weitverbreiteten Glauben wäre hier zu erinnern, dass der Mensch mehrere Seelen besitzt, die nicht sämmtlich fest an den Körper gebunden sind, sondern auch ausserhalb des Leibes wohnen können. Ganz räthselhaft ist die Erklärung der verstümmelten Figuren.“ (H. Schurtz. Zaubermittel der Evheer (Aus dem Städtischen Museum in Bremen), in : Schmeltz, J.D.E (1901). Archives internationales d'ethnographie, Vol. 14. Seite 9.)
Weiterführende Literatur:
Philip Plath / Nii Quarcoopomee / Gigi Pezzoli (2016). Aklama. Helper Spiritis of the Ewe and Dangme from the Study Collection of Horst Antes. Berlin: Studienstiftung Horst Antes.
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Laurence und Jean-Pierre Boillod (1929–2007)
Boillod war Inhaber eines Lizenziats in Literaturwissenschaft sowie eines weiteren in Rechtswissenschaft und arbeitete als Anwalt, bevor er Lehrer an der École Supérieure de Commerce wurde.
Während seiner Lehrtätigkeit in Ruanda und Kamerun entwickelte er gemeinsam mit seiner Frau eine tiefe Leidenschaft für afrikanische Kunst. Nach ihrer Rückkehr pflegten sie bei Neuchâtel ihre Sammlung afrikanischer Objekte, von denen ein Teil in ihrer Galerie „Le Boukarou” ausgestellt und angeboten wurde.
CHF 200 / 400
Ada (Adangme). Togo
Mit Sockel / with bases
Holz. H 20 - 26 cm.
Provenienz:
Laurence und Jean-Pierre Boillod (1929-2007), Areuse. 2001 in Benin erworben.
Schutzfiguren werden von Priestern rituell aktiviert, damit sie bestimmte an sie gerichtete Aufträge ausführen.
Bildunterschrift zu dem von Schmeltz (op. cit.) publizierten Feldfoto von drei Figuren des gleichen Typus: "Die Worte Aklama kpakpewo oder Aklama sucwo bedeuten, ‚kleine geschnitzte Gottheiten’. Die Figuren heissen auch Ame we luwo, ‚Seele des Menschen’. Man kauft diese Figuren stets mindestens paarweise, Mann und Weib zusammen. ‚Hat der Heide mehrere Frauen, so ist es unbedingt nöthig, dass jede der Frauen einen Mann und eine Frau sich kaufen muss.’ Die Figuren gelten als trõwo und man richtet Gebete an sie, z. B. das regelmässige Morgengebet: ‚Gieb mir Leben, mache stark meine Kniegelenke, meine Armgelenke, ich will auf Reisen gehen; ich komme zurück.’ Nach einem glücklichen Kauf spricht man das Dankgebet: ‚Ich danke euch, dass ihr mir geholfen, dass man von mir die Sachen kaufte.’ – Fehlt den Figuren, was oft vorkommt, ein Arm oder ein Bein, so erhalten sie den Namen Adelã (Wild) oder Ažiza (Affenart), weil man glaubt, dass sie in diesem Zustand irgend einem Thiere des Feldes ähnlich sind (?). Wenn Jemand stirbt, so werden die ihm gehörenden Figuren weggeworfen. Diese Angaben sind höchst interessant, aber sehr lückenhaft. Zweifellos hält man die Figuren für beseelt, aber von wem? Ahnenbilder sind es nicht, und auch von den Legbawo scheinen sie sich in ihrem Wesen zu unterscheiden. Der Name ‚Seele des Menschen’ und die Thatsache, dass man die Figuren beim Tode des Besitzers als werthlos wegwirft, lassen vermuthen, dass man die kleinen Schnitzwerke in besonderer mystischer Beziehung zum Menschen glaubt, vielleicht für sie Verkörperungen seiner Schutzgeister hält. Auch an den weitverbreiteten Glauben wäre hier zu erinnern, dass der Mensch mehrere Seelen besitzt, die nicht sämmtlich fest an den Körper gebunden sind, sondern auch ausserhalb des Leibes wohnen können. Ganz räthselhaft ist die Erklärung der verstümmelten Figuren.“ (H. Schurtz. Zaubermittel der Evheer (Aus dem Städtischen Museum in Bremen), in : Schmeltz, J.D.E (1901). Archives internationales d'ethnographie, Vol. 14. Seite 9.)
Weiterführende Literatur:
Philip Plath / Nii Quarcoopomee / Gigi Pezzoli (2016). Aklama. Helper Spiritis of the Ewe and Dangme from the Study Collection of Horst Antes. Berlin: Studienstiftung Horst Antes.
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Laurence und Jean-Pierre Boillod (1929–2007)
Boillod war Inhaber eines Lizenziats in Literaturwissenschaft sowie eines weiteren in Rechtswissenschaft und arbeitete als Anwalt, bevor er Lehrer an der École Supérieure de Commerce wurde.
Während seiner Lehrtätigkeit in Ruanda und Kamerun entwickelte er gemeinsam mit seiner Frau eine tiefe Leidenschaft für afrikanische Kunst. Nach ihrer Rückkehr pflegten sie bei Neuchâtel ihre Sammlung afrikanischer Objekte, von denen ein Teil in ihrer Galerie „Le Boukarou” ausgestellt und angeboten wurde.
CHF 200 / 400
Condition
Hammer Auctions is committed to ensuring the accuracy and quality of each lot represented in our catalog.
Each lot is thoroughly documented with multiple photographs to capture its condition, including any signs of wear, imperfections, or aging. We strongly encourage you to carefully review these images before placing a bid, as they form an integral part of our item descriptions.
While we provide detailed condition information to help inform bidding decisions, please note that any condition statements are offered as informed opinions only and should not be interpreted as statements of absolute fact. Hammer Auctions disclaims liability for any errors or omissions but will make every effort to promptly address any discrepancies.
In the rare event that a lot does not conform to its catalog description in any material aspect, we are here to support our buyers with a straightforward return process. Buyers may return the lot for a full refund, provided they notify Hammer Auctions within 7 days of receipt.
For any questions or assistance needed, please feel free to contact us at any time (info@hammerauktionen.ch).
--------------------------------
Hammer Auktionen verpflichtet sich, die Genauigkeit und Qualität jedes im Katalog dargestellten Lots sicherzustellen.
Jedes Lot ist ausführlich dokumentiert und mit mehreren Fotos versehen, die den Zustand einschliesslich etwaiger Abnutzung, Mängel oder Alterserscheinungen zeigen. Wir empfehlen Ihnen dringend, diese Bilder vor der Gebotsabgabe sorgfältig zu prüfen, da sie einen wesentlichen Bestandteil unserer Artikelbeschreibungen darstellen.
Zustandsangaben dienen zur Information und spiegeln lediglich eine Meinung wider. Sie sollten nicht als Tatsachenbehauptungen interpretiert werden. Hammer Auktionen übernimmt keine Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen, wird jedoch alle Anstrengungen unternehmen, um Unstimmigkeiten umgehend zu klären.
Falls ein Lot in seltenen Fällen in wesentlichen Punkten nicht der Katalogbeschreibung entspricht, unterstützen wir unsere Käufer mit einem einfachen Rückgabeprozess. Käufer können das Lot für eine vollständige Rückerstattung zurückgeben, sofern Hammer Auktionen innerhalb von 7 Tagen nach Erhalt benachrichtigt wird.
Für alle Fragen oder benötigte Unterstützung können Sie uns jederzeit gerne kontaktieren (info@hammerauktionen.ch).
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Buyer's Premium
26% up toCHF 100,000.00
21% aboveCHF 100,000.00
Weight
350 g
5 Ada protective Figures, "aklama"
Estimate CHF 200-CHF 400
Starting Price
CHF 5
CHF 5
CHF 15
CHF 25
Get approved to bid.
HAMMER 156 / African Art, Boillod Collection
Mar 25, 2026 1:00 PM EDTBasel, BS, Switzerland
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