Description
Niobe. Roemische Kaiserzeit, Anfang 2. Jh. n. Chr., trajanisch. Nach einem fruehhellenistischen bzw. spaetklassischen griechischen Werk des Skopas. Weisser, feinkristalliner Marmor, H 44cm. ueberlebensgrosser Einsatzkopf, der das Haupt der Niobe im Moment hoechsten Leids, dramatisch nach rechts gebeugt mit leicht geoeffnetem Mund und schmerzvoll zusammengezogenen Augenbrauen zeigt. Mit Zertifikat des Art Loss Registers! Rueckseite versintert, Bestossungen an Kinn, Nase und an der Oberseite der Kalotte. Provenienz: Ex Privatbesitz M.B., Augsburg. Ex Sammlung Dr. Erich Marx, Berlin, vor 1986. Erworben im deutschen Kunstmarkt. Die Niobe-Skulptur schmueckte in den letzten Jahrzehnten die Berliner Villa von Dr. Erich Marx und ist offenbar das einzige Stueck in Privatbesitz. Den Fluch, den Tantalos, indem er die Goetter herausforderte, ueber sein Geschlecht gebracht hatte, stellt den Ausloeser fuer einen bedeutenden Teil der griechischen Mythologie und dramatischen Literatur dar. Auch dessen Tochter Niobe unterlag dem Tantalidenfluch und verstieg sich hochmuetig zu abfaelligen Bemerkungen ueber die Goetter: Niobe selbst im lockigen Haar auch gedachte der Speise. Die zwoelf Kinder zugleich verlor in ihrem Palaste: Toechter sechs und Soehne sechs in bluehender Jugend. Diese toetete Phoibos Apollon mit silbernem Bogen, zornig auf Niobe, Artemis Pfeile dagegen die Toechter, weil sie vermessen sich gleich geachtet der rosigen Leto: Zwei nur habe die Goettin, sie selbst aber viele geboren, prahlte sie; aber die beiden allein dann toeteten alle (Homer Il 24, 602 ff., uebers. H. Rupe). Die grausame Ermordung der Kinder, deren Anzahl in der Literatur schwankt, war mehrfach das Motiv antiker Bildhauerkunst. Der beruehmteste Statuenzyklus ist vermutlich der der sogenannten Florentiner Niobiden , die aus zwoelf Einzelfiguren bestehen, darunter einer ueberlebensgrossen Figur der bestuerzten Mutter, in deren Schoss sich ihre juengste Tochter fluechtet. Das dahinterstehende griechische Original wird meist dem Werk des Skopas zugeschrieben. Die monumentale Figurengruppe verlangte eine Aufstellung in einer weitlaeufigen, kostspieligen Anlage, die sich nur die oberste Gesellschaftsschicht des roemischen Reiches leisten konnte. Dementsprechend selten sind diese Kunstwerke ueberliefert. Bemerkenswert ist die stilistische Verwandtschaft zu einem Stueck, das sich einst im Besitz der Zarin Katharina der Grossen befand und durch Schenkung in die Sammlung des Fuersten Radziwill in Nieborow gelangte. Bei beiden ist die tiefe Erschuetterung der Mutter, die von Kunsthistorikern als Urbild der 'mater dolorosa' gesehen wurde, besonders deutlich ausgearbeitet - vielleicht ist diesbezueglich das vorliegende Stueck sogar das qualitaetsvollste von allen. Lit.: F. Rumscheid - S. Schrenk - K. Kressirer (Hrsg.), Goettliche Ungerechtigkeit (2018) S. 15-22; 37-56; E. Jastrzebowska, Nioba da Roma A Nieborow, RM 113, 2007, S. 485 - 492; W. Geominy, Die Florentiner Niobiden (1984); Rez. dazu R. Stupperich, Gnomon 57, 1985, S. 733-738. Provenienz: Ex Privatbesitz M.B., Augsburg. Ex Sammlung Dr. Erich Marx, Berlin, vor 1986. Erworben im deutschen Kunstmarkt. Die Niobe-Skulptur schmueckte in den letzten Jahrzehnten die Berliner Villa von Dr. Erich Marx und ist offenbar das einzige Stueck in Privatbesitz. Publiziert in: B. Thorn Prikker, The Collectors: Reflections of an Age. The Berlin Residence of Erich Marx, Architectural Digest November 1986, S. 176. Over life size marble head of Niobe, the daughter of Tantalos. Roman Imperial Period, about early 2nd century AD. Niobe is depicted in deep despair, at the moment when her children are slaughtered by Apollo and Artemis in revenge for mocking her mother Leto. The head shows Niobe at the moment of her greatest suffering dramatically tilted to the right, with her mouth slightly open and her eyebrows painfully furrowed.The tragic tale of human hybris and cruel divine vengeance is told already by Homer (Hom. Il 24, 602ff.). The head is made after the Greek original that according to most scholars had been created by Skopas in the 2nd half of the 4th century BC. It is prepared to be inserted in the statue. There are only few heads of this type preserved and this is probably the only one in private hands. With certificate of the Art Loss Register! Dents at the chin, nose and top of the head. Back side covered with sinter. From the collection of the german magnate and famous art collector Dr. Erich Marx. Published in 1986 in Architectural Digest November Edition!
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Niobe.
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Auction 319 Antiquities
Jul 07, 2026 7:00 AM EDTMunich, Bavaria, Germany
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