
Description
3 Figuren
Lobi. Burkina Faso
Mit Sockel / with base
Holz. H 21 - 29,5 cm.
Provenienz:
Laurence und Jean-Pierre Boillod (1929-2007), Areuse.
Dr. Stephan Herkenhoff, Lobi-Sammler und ausgewiesener Kenner der Materie, schreibt 2006 zu den Lobi in „Anonyme Schnitzer der Lobi“ (Herkenhoff, Stephan und Petra / Katsouros, Floros und Sigrid. Hannover: Ethnographika Hannover):
"Ursprünglich stammen die Lobi aus Ghana. Um 1770 siedelten sie teilweise nach Burkina Faso um und etwa 100 Jahre später auch zur Elfenbeinküste. In diesem Drei-Länder-Eck wohnen heute ca. 180'000 Lobi.
Im Jahr 1898 haben die französischen Kolonialherren die Lobi und ihre Nachbarstämme wie Birifor, Dagara, Teguessie (Thuna), Pougouli und Gan aus verwaltungstechnischen Gründen unter dem Begriff „Cercle du Lobi“ zusammengefasst. Von dieser Gemeinschaft sprechen wir heute, wenn wir von der „Kunst der Lobi“ sprechen.
Eine Besonderheit der afrikanischen Kunst besteht darin, dass die Schnitzer meistens anonym bleiben. Es handelt sich in der Regel um Stammeskunst, die einem festgelegten Kanon folgen muss, und nur in seltenen Fällen um individuelle Schöpfungen. Daher sind die Schnitzer auch nur selten mit Namen bekannt.
Die Sammler afrikanischer Kunst fragen sich in erster Linie, von welcher Ethnie ein Objekt stammt. Der Name einzelner Künstler ist dabei im Gegensatz zu den Gepflogenheiten im Bereich westlicher Kunst nicht so wichtig.
Bei den meisten Stämmen ist die Variationsbreite der Bildwerke relativ gering. Das Aussehen von Skulpturen oder Masken wurde von Schnitzergeneration zu Schnitzergeneration nur wenig variiert.
In diesem Punkt stellt die Kunst der Lobi eine wirkliche Ausnahme dar. Hier gibt es eine sehr grosse ikonographische Vielfalt sowohl in Bezug auf die Grösse der Statuen als auch in Bezug auf die unterschiedliche Ausgestaltung der Details (Mund, Nase, Augen, Ohren, Frisuren, Armhaltung, Darstellung der Brustpartie, Bauchnabel, Geschlecht, Beine, Hände, Füsse etc.).
Ein Grund hierfür liegt in der Struktur des Stammes. Es ist kein zentral geleitetes Gemeinwesen, sondern eine acephale Gesellschaft. Die Lobi kennen also keine Könige und auch keine Städte, sondern nur Clan-Chefs und lose Gruppierungen von festungsartigen Behausungen (sukalas genannt). So fand auch nur wenig Informationsaustausch über grössere Entfernungen statt. Das führte dazu, dass sich viele lokale Stile und Substile innerhalb der Lobi-Stilkonvention entwickeln konnten.
Auch ist es nicht leicht, ein Objekt einem bestimmten Entstehungsort zuzuordnen. Das hängt damit zusammen, dass Lobi-Familien nach 2-3 Generationen den Wohnort wegen ausgelaugter Äcker aufgeben und eine neue Gegend aufsuchen, wo sie unverbrauchte Böden vorfinden. So kommt es, dass man auch vor Ort in Afrika verschiedene Antworten bekommt, wenn man Einheimische fragt, woher eine Statue stammt (mündliche Mitteilung von Thomas Waigel).
Eine weitere Besonderheit bei der Entstehung von Statuen der Lobi ergibt sich aus der Tatsache, dass im Prinzip jeder Mann ein Schnitzer werden kann."
Weiterführende Literatur:
Herkenhoff, Stephan und Petra (2013). Schnitzer der Lobi. Osnabrück: Stephan Herkenhoff.
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Laurence und Jean-Pierre Boillod (1929–2007)
Jean-Pierre Boillod war Inhaber eines Lizenziats in Literaturwissenschaft sowie eines weiteren in Rechtswissenschaft und arbeitete als Anwalt, bevor er Lehrer an der École Supérieure de Commerce wurde.
Während seiner Lehrtätigkeit in Ruanda und Kamerun entwickelte er gemeinsam mit seiner Frau eine tiefe Leidenschaft für afrikanische Kunst. Nach ihrer Rückkehr pflegten sie bei Neuchâtel ihre Sammlung afrikanischer Objekte, von denen ein Teil in ihrer Galerie „Le Boukarou” ausgestellt und angeboten wurde.
CHF 300 / 600
Lobi. Burkina Faso
Mit Sockel / with base
Holz. H 21 - 29,5 cm.
Provenienz:
Laurence und Jean-Pierre Boillod (1929-2007), Areuse.
Dr. Stephan Herkenhoff, Lobi-Sammler und ausgewiesener Kenner der Materie, schreibt 2006 zu den Lobi in „Anonyme Schnitzer der Lobi“ (Herkenhoff, Stephan und Petra / Katsouros, Floros und Sigrid. Hannover: Ethnographika Hannover):
"Ursprünglich stammen die Lobi aus Ghana. Um 1770 siedelten sie teilweise nach Burkina Faso um und etwa 100 Jahre später auch zur Elfenbeinküste. In diesem Drei-Länder-Eck wohnen heute ca. 180'000 Lobi.
Im Jahr 1898 haben die französischen Kolonialherren die Lobi und ihre Nachbarstämme wie Birifor, Dagara, Teguessie (Thuna), Pougouli und Gan aus verwaltungstechnischen Gründen unter dem Begriff „Cercle du Lobi“ zusammengefasst. Von dieser Gemeinschaft sprechen wir heute, wenn wir von der „Kunst der Lobi“ sprechen.
Eine Besonderheit der afrikanischen Kunst besteht darin, dass die Schnitzer meistens anonym bleiben. Es handelt sich in der Regel um Stammeskunst, die einem festgelegten Kanon folgen muss, und nur in seltenen Fällen um individuelle Schöpfungen. Daher sind die Schnitzer auch nur selten mit Namen bekannt.
Die Sammler afrikanischer Kunst fragen sich in erster Linie, von welcher Ethnie ein Objekt stammt. Der Name einzelner Künstler ist dabei im Gegensatz zu den Gepflogenheiten im Bereich westlicher Kunst nicht so wichtig.
Bei den meisten Stämmen ist die Variationsbreite der Bildwerke relativ gering. Das Aussehen von Skulpturen oder Masken wurde von Schnitzergeneration zu Schnitzergeneration nur wenig variiert.
In diesem Punkt stellt die Kunst der Lobi eine wirkliche Ausnahme dar. Hier gibt es eine sehr grosse ikonographische Vielfalt sowohl in Bezug auf die Grösse der Statuen als auch in Bezug auf die unterschiedliche Ausgestaltung der Details (Mund, Nase, Augen, Ohren, Frisuren, Armhaltung, Darstellung der Brustpartie, Bauchnabel, Geschlecht, Beine, Hände, Füsse etc.).
Ein Grund hierfür liegt in der Struktur des Stammes. Es ist kein zentral geleitetes Gemeinwesen, sondern eine acephale Gesellschaft. Die Lobi kennen also keine Könige und auch keine Städte, sondern nur Clan-Chefs und lose Gruppierungen von festungsartigen Behausungen (sukalas genannt). So fand auch nur wenig Informationsaustausch über grössere Entfernungen statt. Das führte dazu, dass sich viele lokale Stile und Substile innerhalb der Lobi-Stilkonvention entwickeln konnten.
Auch ist es nicht leicht, ein Objekt einem bestimmten Entstehungsort zuzuordnen. Das hängt damit zusammen, dass Lobi-Familien nach 2-3 Generationen den Wohnort wegen ausgelaugter Äcker aufgeben und eine neue Gegend aufsuchen, wo sie unverbrauchte Böden vorfinden. So kommt es, dass man auch vor Ort in Afrika verschiedene Antworten bekommt, wenn man Einheimische fragt, woher eine Statue stammt (mündliche Mitteilung von Thomas Waigel).
Eine weitere Besonderheit bei der Entstehung von Statuen der Lobi ergibt sich aus der Tatsache, dass im Prinzip jeder Mann ein Schnitzer werden kann."
Weiterführende Literatur:
Herkenhoff, Stephan und Petra (2013). Schnitzer der Lobi. Osnabrück: Stephan Herkenhoff.
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Laurence und Jean-Pierre Boillod (1929–2007)
Jean-Pierre Boillod war Inhaber eines Lizenziats in Literaturwissenschaft sowie eines weiteren in Rechtswissenschaft und arbeitete als Anwalt, bevor er Lehrer an der École Supérieure de Commerce wurde.
Während seiner Lehrtätigkeit in Ruanda und Kamerun entwickelte er gemeinsam mit seiner Frau eine tiefe Leidenschaft für afrikanische Kunst. Nach ihrer Rückkehr pflegten sie bei Neuchâtel ihre Sammlung afrikanischer Objekte, von denen ein Teil in ihrer Galerie „Le Boukarou” ausgestellt und angeboten wurde.
CHF 300 / 600
Condition
Hammer Auctions is committed to ensuring the highest possible level of accuracy in the description of each lot presented in our catalog.
Each lot is documented with multiple photographs which are intended to provide an accurate visual representation of its condition, including any visible wear, imperfections, or signs of age. We strongly encourage prospective bidders to carefully review these images before placing a bid, as they form an integral part of the lot description. Prospective buyers are also encouraged to examine the lot in person before the auction.
Condition statements are provided for guidance only and reflect our professional opinion. They should not be interpreted as statements of fact, nor as a complete description of condition. Hammer Auctions accepts no liability for any errors or omissions but will make every reasonable effort to resolve any concerns promptly and fairly.
In the rare event that a lot is found to differ materially from its catalog description, Hammer Auctions will support buyers through a straightforward return process. Buyers may return the lot for a full refund, provided that Hammer Auctions is notified within seven (7) days of receipt.
For any questions or additional information, please feel free to contact us at any time.
--------------------------------
Hammer Auktionen ist bestrebt, ein Höchstmass an Genauigkeit bei der Beschreibung jedes im Katalog angebotenen Lots sicherzustellen.
Jedes Lot ist mit mehreren Fotografien dokumentiert, die eine möglichst genaue visuelle Darstellung seines Zustands vermitteln sollen, einschliesslich sichtbarer Abnutzung, Unregelmässigkeiten oder Alterserscheinungen. Wir empfehlen Interessenten und Bietern ausdrücklich, diese Bilder vor Abgabe eines Gebots sorgfältig zu prüfen, da sie einen integralen Bestandteil der Lotbeschreibung bilden. Interessenten wird zudem empfohlen, das Lot vor der Auktion persönlich zu besichtigen.
Zustandsangaben dienen ausschliesslich der Orientierung und spiegeln unsere fachliche Einschätzung wider. Sie sind weder als Tatsachenbehauptungen noch als vollständige Beschreibung des Zustands zu verstehen. Hammer Auktionen übernimmt keine Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen, wird jedoch alle angemessenen Anstrengungen unternehmen, um etwaige Anliegen zeitnah und fair zu klären.
Sollte sich in seltenen Fällen herausstellen, dass ein Lot in wesentlichen Punkten von seiner Katalogbeschreibung abweicht, unterstützt Hammer Auktionen Käufer mit einem unkomplizierten Rückgabeprozess. Käufer können das Lot gegen vollständige Rückerstattung zurückgeben, sofern Hammer Auktionen innerhalb von sieben (7) Tagen nach Erhalt entsprechend benachrichtigt wird.
Für Fragen oder weitere Informationen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.
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In the rare event that a lot is found to differ materially from its catalog description, Hammer Auctions will support buyers through a straightforward return process. Buyers may return the lot for a full refund, provided that Hammer Auctions is notified within seven (7) days of receipt.
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Zustandsangaben dienen ausschliesslich der Orientierung und spiegeln unsere fachliche Einschätzung wider. Sie sind weder als Tatsachenbehauptungen noch als vollständige Beschreibung des Zustands zu verstehen. Hammer Auktionen übernimmt keine Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen, wird jedoch alle angemessenen Anstrengungen unternehmen, um etwaige Anliegen zeitnah und fair zu klären.
Sollte sich in seltenen Fällen herausstellen, dass ein Lot in wesentlichen Punkten von seiner Katalogbeschreibung abweicht, unterstützt Hammer Auktionen Käufer mit einem unkomplizierten Rückgabeprozess. Käufer können das Lot gegen vollständige Rückerstattung zurückgeben, sofern Hammer Auktionen innerhalb von sieben (7) Tagen nach Erhalt entsprechend benachrichtigt wird.
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Buyer's Premium
26% up toCHF 100,000.00
21% aboveCHF 100,000.00
Weight
1100 g
3 Lobi Figures
Estimate CHF 300-CHF 600
Starting Price
CHF 5
Good Bid
Strong Bid
Competitive Bid
2 bidders are watching this item
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HAMMER 157 / African Ethnographic Art
Mar 26, 2026 1:00 PM EDTBasel, BS, Switzerland
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